chuck spezzano: die tote zone

Vor einiger Zeit habe ich mich damit beschäftigt, wie ich ein Gleichgewicht zwischen Halten und Loslassen finden kann. Wie lege ich mein ganzes Vertrauen in meinen Wunsch (mit meinem Liebsten in das nächste Beziehungsstadium einzutreten) und lasse dabei dem Leben und meinem Höheren Selbst genügend Spielraum, die Dinge auf seine Weise zu entfalten? Ich sehe, dass das alles viel mit der Entscheidung für Wahrheit und Vertrauen zu tun hat.

Vielleicht kennt ihr das ja: man wünscht sich aus ganzem Herzen, einen bestimmten Entwicklungsschritt zu tun und die eigenen Wünsche zu erfahren, aber ein Teil hat Angst vor der eigenen Wahrheit – weil er fürchtet, dass sie einen Verlust bringen könnte, oder irgendetwas anderes, das man auf keinen Fall möchte.

Mir haben in dieser Zeit die Leitgedanken der “Psychology of Vision” sehr geholfen. Bei der POV handelt es sich um eine Vereinigung klassischer Psychologie und spiritueller Arbeit, die von Chuck und Lency Spezzano vor gut 30 Jahren begründet wurde. Ihre Prinzipien sind – so finde ich – sehr humorig, herzlich und einfach anzuwenden und zeigen wirklich erstaunliche Ergebnisse. Manchmal bin ich eben immer noch überrascht darüber, dass es die besten Dinge wirklich umsonst gibt und dass Glück und Liebe in Wirklichkeit ganz leicht und ohne Mühsal “einfach passieren” dürfen… ;)

Im Folgenden habe ich ein Kapitel aus Chucks Buch mit dem etwas reißerischen deutschen Titel “Beziehungs-Notfall-Set: Die Gesetzmäßigkeiten unserer Beziehungen verstehen” abgetippt, das mir persönlich sehr geholfen hat, meine momentane Situation besser einzuschätzen. Ich empfehle das Buch überhaupt allen, die sich für die Prinzipien der POV interessieren – es ist in vielerlei Hinsicht ein Augenöffner, obwohl ich immer wieder ein wenig mit der sperrigen Übersetzung hadere, aber sei’s drum. Im Buch werden auch einige Konzepte wie Unschuld, Unabhängigkeit, Vision, Führung, verbindliche Entscheidung, die intuitive Methode der Heilung, etc. sehr genau erläutert, die sich im folgenden Textausschnitt vielleicht noch nicht ganz erschließen.

Das Kapitel handelt von der “toten Zone”, der dritten Phase einer Beziehung. Chuck beschreibt sie auch als den letzten verzweifelten Versuch des Egos, den Menschen von wahrer Verbundenheit und echter Partnerschaft abzuhalten. Und genauso fühlt es sich für mich seit Monaten an! :) Es werden die schwersten Geschütze aufgefahren: tiefsitzende Familien- und Ahnenmuster, etc. pp. Tot ist die Zone wirklich, das kann ich bestätigen, denn trotz vieler vieler Etappensiege scheint die Mauer zwischen mir und dem Liebsten weiterhin so dick und stur wie vor sechs Monaten.

Aber – jetzt weiß ich wenigstens, dass ich nicht blauäugig bin, wenn ich zwischendurch einer wirklich sehr leisen, kleinen Stimme in mir Vertrauen schenke, die mir sagt, dass ich die Flinte nicht ins Korn zu werfen brauche – und dass ich in Wirklichkeit kurz vor dem Durchbruch in ein Wunderland stehe, das ich noch nie betreten habe…

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Die tote Zone

In diesem Kapitel geht es um das Stadium, das einer Beziehung ihre sexuelle, emotionale und psychologische Lebendigkeit raubt. Es wird erforscht, weshalb wir kompensieren und bestimmte Rollen spielen, und gezeigt, dass dieses Verhalten unserem kindlichen Bemühen entspringt, unsere Familien zu retten. Wir erfahren, dass uns das Ego mithilfe der toten Zone von der Partnerschaft und dem Erfolg fernhalten will, um sich selbst zu stärken.

Ich stelle aber auch neun Möglichkeiten vor, um diese Phase und die damit verbundene Trennung zu überwinden. Während du die tote Zone heilst, wirst du würdiger und unschuldiger und erlaubst dir deshalb, etwas anzunehmen, die Partnerschaft zwischen euch zu genießen und ein Gleichgewicht zwischen deinen maskulinen und deinen femininen Aspekten zu finden. Alle Bereiche deines Lebens sind voller Leichtigkeit, Freiheit und Erfolg und befinden sich im Fluss.

Steckt deine Beziehung in der toten Zone? weiterlesen

In der Einsiedelei

Die Einsiedelei

Das 10. Haus, aus dem Göttinnenzyklus von Ulla Janaschek und Cambra Maria Skadé

Ich schraube mich immer tiefer hinunter in das Wesen und den Sinn meiner Krise. Allerdings – das mit dem “Schrauben” könnte sich ja so anhören, als ob ich bohrte und wahnsinnig viel tue, dabei hat es mit einer immer größer werdenden Bereitschaft zu Präsenz und Gewahrsein zu tun. Kreisförmig geht es aber dennoch, und immer weiter hinunter. Ich komme wieder und wieder an denselben Felsen und Steinchen vorbei, aber mein Blick ist jedes Mal ein wenig klarer und die Zusammenhänge werden immer offenbarer.

Kein Stein, kein Fels, bleibt mehr auf dem andern.

Nun ist es so – je mehr ich mich in Präsenz übe, desto mehr darf ich erkennen, wie einfach das Leben ist. Dass die Lösung immer die allereinfachste aller denkbaren Lösungen ist. Und wahrscheinlich hat sie schon jahrelang vor meiner Nase herumgefuchtelt, in der Hoffnung, dass mich das “In-der-Ferne-Schweifen” eines Tages endlich müde macht. So müde, dass ich zusammensacke und endlich den Boden sehe, auf dem ich jetzt und hier stehe. weiterlesen

Tarot und Körperarbeit I – Narr bis Gerechtigkeit

Dieses Thema wurde von meinen Lesern gewählt – ihr könnt auch mitmachen, jederzeit und immer wieder! Was wollt ihr auf diesem Blog lesen? In der Leiste rechts könnt ihr Vorschläge auswählen oder eintragen (sie werden nach kurzer Zeit freigeschaltet). Von Lesern vorgeschlagene Themen, auf die ich bereits geantwortet habe könnt ihr unter diesem Button nachschlagen:
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Die 22 Archetypen des Tarot beschreiben alle Aspekte unseres Lebens – warum also nicht die Karten in die Körperarbeit mit einbeziehen? Es ist ein Spiel…

Im Folgenden habe ich eine Liste der ersten 12 von 22 Großen Arkanen zusammen gestellt, die Entsprechungen zwischen Karten und Aspekten der Körperarbeit (geistige Qualitäten, körperliche Qualitäten und spezielle Aspekte aus dem Yoga) aufzeigt – diese Liste stellt meine Assoziationen dar und ich freue mich über Anregungen zur Erweiterung von eurer Seite.

Weil die Archetypen wie frei ineinander fließende Energien zu verstehen sind, kann es sein dass ein geistiger oder körperlicher Aspekt bei mehreren Karten vorkommt. Auch hier gibt es kein richtig oder falsch – wichtig finde ich, dass die Karten dem Spieler als Werkzeug dienen, nicht umgekehrt.

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0 Der Narr: Der Neubeginn

  • Geistiger Aspekt: Etwas völlig Neues lernen. Den Geist öffnen. In scheinbar bekannten Abläufen und Techniken völlig Neues entdecken. Spielerisch sein. Wieder zum Anfänger werden. Albern sein dürfen.
  • Körperlicher Aspekt: Übungen mit einfachen Abläufen, die kindlich-unbeschwerte Leichtigkeit vermitteln. Übungsfolge offen gestalten, so dass dem inneren Kind Raum bleibt, nach Lust und Laune zu gestalten.
  • Im Yoga: Alle Variationen der Kindeshaltung, “Glückliches Baby”

I Der Magier: Selbstermächtigung

  • Geistiger Aspekt: Beobachten, wie die Gedanken die Wirklichkeit formen. Beobachten, wann Verantwortung abgegeben wird. Ego-Tricks. Aspekte betonen, die die eigenen Fähigkeiten fördern. Stark sein dürfen. Raum für sich beanspruchen.
  • Körperlicher Aspekt: Dynamische und kräftigende Übungen. Übungen, deren Meisterung das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten stärkt – dabei auf die Geschicklichkeit entwickeln, um die eigenen Grenzen weder zu über-, noch zu unterfordern.
  • Im Yoga: Alle Variationen des Bergs, sitzender Held, mit dem Fokus aufs “In die eigene Kraft kommen”; “Einen Standpunkt entwickeln”.

II Die Hohepriesterin: Heilende Intuition

  • Geistiger Aspekt: Sich vollkommen von der inneren Stimme leiten lassen. Wissen und Erfahrung sammeln durch Einfühlen, Hinhören und Einkehr. Ruhe in der Bewegung finden. Heilsame Stille.
  • Körperlicher Aspekt: Bei Bewegungsabläufen das Tempo maximal reduzieren und nach innen lauschen. Bei Haltungen lange Verweilzeiten, dabei den inneren Vorgängen lauschen, bis vollkommene Ruhe einkehrt und das Gefühl entsteht, in die tiefsten Wesensschichten einzusinken. Selbstheilungskräfte aktivierende Übungen.
  • Im Yoga: Restorative Yoga, Yin Yoga, auch Iyengar Yoga. Haltungen, die die Selbstheilung fördern: milde Umkehrhaltungen, auf dem Rücken liegende Haltungen, Vorbeugen.

III Die Herrscherin: Lebendigkeit und Wachstum

  • Geistiger Aspekt: Vielfalt und Formenreichtum schätzen – im eigenen Körper, im Leben und bei anderen. Sich auf Fülle, Genuss und Reichtum besinnen, die sich auch in der Körperarbeit manifestieren. Auch: eine neue Idee gebären, oder eine gerade geborene durch die Übepraxis weiter nähren. Das nährende Prinzip in der Praxis erkennen und verstärken. Sich selbst fürsorglich behandeln.
  • Körperlicher Aspekt: Übungen, die Freude und Genuss bereiten, sowie die Kreativität ansprechen. Zweites Chakra, Sexualorgane, Becken- und Hüftöffner. Eventuell auch: das Übungsprogramm erweitern (Wachstumsprinzip).
  • Im Yoga: Prenatales Yoga; alle Haltungen, die die Hüfte kräftigen und mobilisieren. Sitzen im gebundenen und geöffneten Winkel, Malasana, … weiterlesen

divinity in motion

Vielleicht bin ich sieben oder acht, ich stehe im Wohnzimmer – höchstwahrscheinlich wabere ich gerade zu irgendeiner Schallplattenaufnahme durch den Raum – und höre meinen Vater zur Haustür hereinkommen, gemeinsam mit dem vielversprechenden Knistern einer großen Einkaufstasche.

Mein Vater tritt in den Türrahmen und überreicht mir zwei CDs – “Sowas hab ich noch nie gehört“, meint er. Ich bin verwirrt – das was da aus den Lautsprechern kommt, soll die Stimme eines Mannes sein? Ich setze mich erst mal auf den Teppich und versinke im neuen Klanguniversum.

Ein Jahr später – selbes Wohnzimmer, selber Teppich, selbe CDs- ich tanze immer noch. Diese Musik begleitet mich in einer Zeit, in der ich noch davon träume, einmal Tänzerin zu werden.

Das alles hatte ich eigentlich schon lang vergessen, bis zu diesem Vormittag. Und dann musste ich schmunzeln, weil ich heute eine von Millionen bin, die sich an jene Augenblicke zurückerinnern, in denen seine Musik, sein Tanz, sie zum ersten Mal ins Staunen versetzten. weiterlesen

Intimität, Yoga und Sein – Klappe die 2.

Vor einiger Zeit habe ich über Yoga, authentisches Sein und Intimität geschrieben. Es ging darum, dass die Fähigkeit zur Intimität mit unserer Bereitschaft wächst, uns dem hinzugeben, was in uns IST. Verglichen habe ich es mit dem Märchen vom König Blaubart. Da ist einerseits der König in uns, der versucht, uns mit aller Gewalt von allen abgeschnittenen, weggesperrten, inakzeptablen Teilen unseres Wesens fern zu halten (in Form getöteter und im Keller eingeschlossener Ehefrauen). Und dann ist freilich sein Gegenspieler, der danach drängt, alle Räume unseres inneren Schlosses zu erkunden und den nicht einmal die Todesdrohungen des Königs zurückhalten können.

Heilung und Intimität kommen sobald die Tür geöffnet wurde. Sobald gesehen und angenommen wurde. Und dann braucht es nur mehr ein paar starke Brüder, die uns helfen, für das Gesehene einzustehen.

Der Kern dieses sehr schönen Märchens ist doch auch, dass es nichts zu tun gibt, außer hinzuschauen auf das, was ist. Der Blaubart ist der, der uns mit Argumenten, Drohungen, Schuld und Projektionen verzweifelt von unserer wahrhaftigen Einheit abzuhalten versucht. Der uns vorgibt, das Leben wäre furchtbar kompliziert.  Und seine Frau, die sperrt einfach die Tür auf, sieht sich die Wahrheit an und erobert sich so alle Räume ihres Wesens.

Tja, und jetzt hab ich grade einige Videos mit Mark Whitwell entdeckt, der es alles noch viel viel besser auf den Punkt bringt:

Und das ist mein Wort (und Video) zum Pfingstdienstag, bevor ich mich für ein paar Tage in den Süden verkrümle…