sam hat ein kommentar hinterlassen…


Sam hat ein Kommentar auf Ihren Post wo kämen wir hin, wenn jeder sagte, wo kämen wir hin? und keiner ginge, um zu sehen, wohin wir kämen, wenn wir gingen. hinterlassen:

Von Dir würd ich gern mal ein Buch lesen.
Ich schau viel zu selten hier vorbei, dabei verteilst Du immer wieder solche Diamanten!

Vielen Dank! Dieses Kommentar kam gerade Recht…

Ich denke z.Z. gerne über die Wertigkeit von Blogs und Büchern nach. Bis vor kurzem habe auch ich meinen Blog als „künstlerische Nebensache“ angesehen. Aber je mehr ich herumreise im Blog-versum, desto häufiger stoße ich auf Planeten, deren Bewohner ihre Tätigkeit als unabhängige und vollständige künstlerische Ausdrucksform betreiben.

Beim Bloggen ist es wichtig, sämtliche Angst über Bord zu werfen. Denn das ist es ja, was Blogs interessant macht: der Einblick in andere Gedanken und Lebensformen. Zumindest ist das bei mir so: ich bleibe bei Blogs hängen, die Inneres nach außen kehren, die tief gehen, aufwühlen. Wie viel von uns wollen wir zeigen, in der (scheinbaren) Anonymität? Was davon ist Mut, was Seelen-Strip?

Ich habe am Wochenende mein „Buch der Schatten“ von vor zwei Jahren nochmal durchgelesen. Das ist ein extra Blog, nur für mich, gut versteckt. Zwischenberichte von Übungen (Meditationen, Visualisierungen, Atemübungen, Kontaktaufnahmen mit der Natur, etc.), die ich im Rhythmus der Jahreszeiten für ein halbes Jahr lang gemacht und festgehalten habe. „Warum hab ich diesen Blog eigentlich privat gehalten?“, frage ich mich. Freilich habe ich heute den nötigen Abstand und die Person, deren Berichte ich lese, bin nicht mehr ich. Trotzem, es ist alles nur halb so intim, wie ich dachte, und dafür viel viel interessanter, als ich mir zugetraut habe, zu schreiben. Ich lese da die Berichte und Gedanken einer Person, die viel an sich arbeitet, spannende Dinge entdeckt, neue Pfade beschreitet. Dinge, die in einem „normalen“ Gespräch vielleicht nie zu Wort kommen würden, die aber im Blog-versum gut aufgehoben sind.

Ich möchte offener werden, tiefer, radikaler. Es gibt viele Dinge, die noch zu teilen und zu be-schreiben sind. Und ich habe nicht mehr diese Angst, „entdeckt“ zu werden. Die Möglichkeit, für eine Idiotin oder Ausgeflippte gehalten zu werden, kann ich so und so nicht kontrollieren!… Ich denke, ich kenne die Grenzen zwischen Intimsphäre und nötiger Offenheit mittlerweile sehr gut. Und es gibt viele Dinge, bei denen es mir hilft, sie für eine Leserschaft zu formulieren (ich weiß, ihr seid da draußen, und zahlreicher als ich dachte! :) Blog-Zähler sei Dank, hihi…)

Es kann also gut sein, dass mein Traum, einmal ein Buch zu schreiben (hege ich, seit ich 7 bin und auf Schreibmaschinen tippen kann) sich verwirklicht in meinem Traum von einem inspirierenden Online-Tagebuch mit Tiefgang. Noch einen Vorteil hat der Blog im Gegensatz zum Buch: Papier ist geduldig, aber blogger schreiben zurück. :)

~*~

P.S.: Zwischenbericht von Yoga-Woche N° 6 ist online.

2 Antworten zu “sam hat ein kommentar hinterlassen…

  1. Liebe lilylotus, ja, gerade zum Beginn des Bloggens habe ich mich gefragt, wieviele Gedanken und Inhalte ich öffentlich schreiben kann. Stimmt – man braucht mitunter Mut und Überwindung….

  2. Hallo Rainer,

    hier ein paar Worte von einer zum Thema passenden Diskussion auf einem anderen Blog (ich übersetze meine Worte aus dem Englischen, daher ist’s evtl. etwas holprig…):

    Ich habe darüber nachgedacht, was Bloggen für mich bedeutet, was ich davon „empfangen“ möchte und was „aussenden“ möchte. Ich bemerke, dass das echte Leben auf meinen Blog reagiert, je ernsthafter und offener ich schreibe und je mehr Energie ich in ihn stecke – es schickt Menschen mit Mut, Weisheit, Tiefgang und alldem… Ich bemerke auch, dass meine Art zu bloggen bestimmte Leser/Menschen verscheucht hat, was mir aber auch nicht unrecht ist.

    Wozu taugen Blogs? Darkdaughta schrieb dazu: wir können nicht nur zu dem werden, was wir auf unseren Blogs tun, sondern auch zu dem, was wir überall sonst tun.

    Manche Blogs haben erstaunliche (um-)gestalterische Fähigkeiten … wenn wir sie lassen … und die Verwandlung passiert immer Eintrag für Eintrag, für Leser und Blogger gleichermaßen. Was dem einen Menschen hilft zu wachsen und zu verstehen, lässt den anderen kalt. Es hat mich manchmal „traurig“ gemacht, bestimmte Kommentare auf einen Post zu lesen, von dem ich spürte, dass er besonders tief geht und den Kern der Dinge berührt. Vielleicht ist „traurig“ nicht das richtige Wort, es ist eher wie ein neuerlicher Beweis dafür, dass Menschen auf Dinge eben unterschiedlich reagieren. Dann wiederum passiert es, dass ich spüre wie die Magie hinüberschwingt, wie der Funke meiner Wort-Energie einen anderen Menschen berührt, den ich nicht kenne und viell. auch nie kennen lernen werde.

    ***

    Mut und Überwindung – ja… ich werde zu dem Thema noch einen eigenen Post schreiben, demnächst…

    Herzliche Grüße,
    Lily

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