antworten auf fragen


Gestern abend hatten der Gingerbread Man und ich ein zweistündiges Telefonat, bei dem der Himmel aufgebrochen ist. Ihr kennt das ja, wenn sich im Gespräch mit einem Menschen plötzlich alles zu lösen und erklären beginnt, wenn die Worte zu richtiger Kraftsuppe werden. So war das.

Wir haben über Stationen auf einem spirituellen Weg gesprochen, über Missverständnisse, Illusionen, Irreführungen und dergleichen. (Am Rande: der GBM geht seinen Weg seit gut 10 Jahren und ist 6 Jahre älter als ich. Ich habe ihn von Anfang an ausgequetscht und zugleich hinterfragt. Er war und ist mein engster Lehrer, obwohl er auch immer wieder beteuert, dass er von mir lernt. Ist ja auch völlig nebensächlich, weil Lernen und Lehren einander bedingen.)

Es gibt ein paar Dinge, die wir gestern besprochen haben, die ich auch hier reinstellen möchte. Es geht um Fragen, die ich mir am Anfang meines spirituellen Weges oft gestellt habe und Missverständnisse, über die ich gestolpert bin.

Ich möchte nur von dem sprechen, das ich wirklich auf allen Ebenen untersucht, verinnerlicht und auf diese Weise gelernt habe. Den Stein der Weisen habe ich nicht gefunden, aber ich möchte die Informationen teilen, die ich mittlerweile gesammelt habe und von denen ich mir selbst einmal mehr gewünscht hätte. Vielleicht können sie auch anderen weiterhelfen und zu eigenen Antworten anregen.

Die Frage, wie ein spiritueller Mensch zu sein, zu leben, auszusehen, wahrzunehmen hat. Kurz: Special Effects und Spiritualität.

Vor etwas mehr als 3 Jahren habe ich bei Burgi Sedlak einen Basiskurs für Pranaheilung besucht. Ich war damals sehr verunsichert, ob das was ich wahrnehme richtig ist – ob ich das alles überhaupt kann. Burgi hatte überhaupt keinen Zweifel daran, dass alle in der Gruppe die nötigen Werkzeuge besitzen, um diese Heilkunst zu erlernen. Trotzdem musste ich sehr gegen meine eigenen Zweifel ankämpfen.

Ein paar Tage später traf ich eine Freundin auf einen Kaffee. Sie hatte wiederum eine Freundin mitgebracht. Der Kurs wirkte in mir noch nach und ich begann, davon zu erzählen. Meine Nachbarin sah mich plötzlich ziemlich durchdringend an und fragte, ob das hieße, dass man eine Verletzung in der Aura erspüren könne. Ich antwortete mit Ja, dass das theoretisch wohl so funktionieren müsse. Unvermittelt hielt sie mir ihre zwei (völlig bekleideten) Arme hin und sagte: „So. Ich hab mir vor zwei Tagen einen großen blauen Fleck geholt. Wo ist er?“

Ich sollte also im Kaffeehaus meine „Special Effects“ auspacken, obwohl ich selbst in diesem Kurs mehr mit meinem eigenen Unglauben beschäftigt gewesen war, als mit dem, was ich tatsächlich wahrnahm. Jetzt erwartete – dank meinem losen Mundwerk – eine Medizinstudentin einen Beweis für Auren, noch dazu von einer, die selbst noch nicht recht glauben konnte, was sie gelernt und erlebt hatte.

Es war abzusehen, dass in so einer Situation entweder mein oder ihr Ego eins übergebraten bekäme. Ich gebe zu, dass ich Angst hatte, mich bloßzustellen. Sonst hätte ich ihr einfach sagen können, dass ich mir die Erfühlung ihrer Verletzung noch nicht zutrauen würde, noch dazu in einem Kaffeehaus. („Du bittest mich ja auch nicht, bei schlechter Beleuchtung einen Text in Schriftgröße 5 zu entziffern“, wollte ich nachwerfen) Ich hab es aber aus irgendeinem Grund trotzdem versucht, in der Gewissheit, dass ich ebenso versagen würde wie bei allen anderen Malen, als ich genötigt wurde, mich zu beweisen (ich bin eine Kämpfernatur, aber ich scheue sinnlose Kämpfe).

Aber ich habe (zu meiner eigenen Überraschung) ihren blauen Fleck in der Aura erspürt und ihr ebenso unvermittelt draufgedrückt, wie sie mir die Arme hingestreckt hat.

Und das blieb dann auch für eine ganze Weile das einzige Mal, dass ich eine Aura mit Bestimmtheit und klarer Wahrnehmung erspürt habe. Nach einer weiteren Weile hat sich die Sache mit der Pranaheilung für mich verflüchtigt. Ich komme vielleicht noch in einem anderem Post darauf zu sprechen, weshalb.

Worauf ich anspielen möchte, ist die Verwechslung von Special Effects und Spiritualität.

Auren zu sehen, eine Stunde im Kopfstand zu verbringen, jemandes Gesundheitszustand aus seinem Fußabdruck abzulesen – all das können, müssen aber nicht die Nebenwirkungen eines spirituellen Weges sein.

B.K.S. Iyengar (der mit bald hundert immer noch ganze Viertelstunden in Handständen und Kopfständen verbringt), hat vor 50 Jahren selbst geschrieben, wie sehr es in ärgert, dass die Menschen nur darauf achten, welche spektakulären Haltungen er einnehmen könne, statt sich dafür zu interessieren, mit welcher inneren Gesinnung und Achtsamkeit er die einfachsten Handgriffe und kompliziertesten Yogahaltungen vollführe.

Ich habe auch schon an anderer Stelle darüber geschrieben. Ich denke, dass Special Effects etwas mit Gaben zu tun haben. (Ja, theoretisch kann jeder eine Aura sehen, so wie auch jeder Klavier spielen oder gärntnern kann. Es ist aber auch eine Frage der Neigung.) Spiritualität aber ist etwas ganz anderes. Als Erkenntnis des eigenen Kerns, der Verbundenheit, tragen wir sozusagen immer mit uns herum. Sie ist noch unter unseren individuellen Neigungen und Talenten angelegt. Sie existiert eben in der Schicht, aus der erst das Ich entspringt. Sie mag dieses Ich zwar kennen, identifiziert sich damit aber nicht.

Deshalb leuchtet sie aus sich selbst, aber nur dem, der sie sehen mag. Sie muss sich nicht mit Kunststücken irgendwelchen anderen Ichs beweisen. Sie ist mit dem Göttlichen verbunden und das steht über jeglicher Argumentation.

Das macht den Weg zur innigen Spiritualität letzlich auch schwierig, denn es gibt überhaupt nichts mehr „vorzuweisen“. Ich habe schon mit einigen Menschen gesprochen, die allesamt meinten, dass sie das Gefühl der Verbundenheit, die sie irgendwann entwickelten, einfach nicht mehr erklären konnten.

Vielleicht ist das das erste Zeichen dafür, dass man einen spirituellen Weg eingeschlagen hat oder es tun möchte: eine Sehnsucht nach etwas, das sich nicht umschreiben oder erkennen lässt. Ein Gefühl der völligen Unwissenheit bei gleichzeitiger Gewissheit.

Das ist schon schwierig auszuhalten, wenn einem plötzlich für die eigene Herzensbestimmung die Argumente ausgehen. Man muss damit zurecht kommen, dass nur die verstehen werden, die selbst ähnlich erlebt haben und das mit dem Rest einfach nicht darüber gesprochen werden kann. Alles, das befürwortet werden kann, kann auch verneint werden.

Das sind die Gesetze dieser Natur auf diesem Planeten (wie es außerhalb aussieht, ist eine andere Sache): hier erscheint Wasser nicht als Stein, Nähe nicht als Ferne, Dunkelheit nicht als Licht. Ich kann bestimmen was ist, indem ich herausfinde, was nicht ist – und umgekehrt.

In so einer Geisteshaltung ist es meiner Ansicht nach besonders schwierig, mit dem Paradoxon zu leben. Noch schwieriger schien es mir, mit Menschen darüber zu sprechen. In einer von Entweder-Oder geprägten Denkumgebung darüber zu sprechen, dass Dinge gewusst werden können, ohne benannt werden zu können; zu ahnen, dass das Göttliche mir ganz nah und innerlich sein müsste und es dennoch als so unendlich fern und unerreichbar zu erleben.

Eben für solche Verunsicherung gibt es die Special Effects. In manchen Filmen sind sie dazu da, etwas Innerliches, Stilles, eigentlich Unsichtbares irgendwie allgemein sichtbar zu machen. Aber lasst Euch bloss nicht davon ablenken.

Ich kann es gar nicht oft genug sagen, auch für mich selbst.

Selbst wenn es schwer fällt, sich ohne „Beweismittel“, ohne Kristallkugeln, Pranabälle, Hellseher oder Levitierer dem Unsichtbaren, Unsagbaren anzuvertrauen – tut es. Wer die Quelle auf diese Weise in sich findet, kann sie auch nie wieder verlieren.

Das bringt mich direkt zu meiner zweiten Frage, die mich lange, sehr lange, geplagt hat: wie finde ich zu dieser Quelle? Es heißt immer wieder, man solle in sich gehen, um Antworten zu erhalten. Dass das Göttliche im innersten Kern säße.

Wo, bitte schön, ist mein innerster Kern? Wie finde ich hin? Und wie weiß ich, dass ich dort bin?

Heute weiß ich, dass ich diesen Kern gefunden habe, in dem ich mit allem verbunden bin. Der Kern, vor dem wir uns in der Namasté-Haltung verneigen. Ich bin nicht immer dort, aber ich kann ihn lokalisieren und mich hineinversenken, wenn ich möchte. Ich würde sagen: er ist mein Herz.

Solche „Ortsbeschreibungen“ habe ich aber auch schon gelesen, als ich noch ratlos im Kraut herumspaziert bin und sie haben mir nur bedingt weiter geholfen. Ich konnte mein Herz spüren, meinen Herzschlag, aber nichts von wegen: Kern, Verbundenheit oder gar Göttlichkeit.

Im Nachhinein finde ich es natürlich urkomisch, dass mir selbst keine bessere Umschreibung einfällt, als die, über dich ich mich mal geärgert habe. Vielleicht hilft sie dennoch manchen weiter: wende dich nach Innen, in deine Mitte, an dein Mitgefühl und deine Liebeskraft, um diesen Kern zu finden und dich durch ihn mit dem Göttlichen zu verbinden.

Wem das ebensowenig nützt, wie mir noch vor recht kurzer Zeit, dem möchte ich ein paar Dinge weitergeben, die mir selbst sehr geholfen haben:

Wenn du das Gefühl hast, dieses „Göttliche“ einfach nicht fühlen zu können, taub zu sein, blind zu sein, vielleicht nicht gut genug zu sein: warte ab. Du bist vielleicht ein Mensch, der bereits feinfühlig genug ist, so dass keine Special Effects nötig sind, um zu verstehen. (GBM fügt an: es kann auch sein, dass sie einfach nicht Teil deiner Aufgabe sind.) Deshalb fall auch nicht auf solche herein. Denk nicht, du müsstest dir deine Chakren mit Gewalt aufreißen (oder Ähnliches), damit dich die Erleuchtung endlich trifft.

Stattdessen, führe dir folgendes vor Augen:

„Ein spiritueller Weg, der nicht in den Alltag führt, ist ein Irrweg.“

Willigis Jäger

Glaube nicht, dass das Göttliche in uns zu irgendeinem Zeitpunkt abwesend ist, denn es ist alltäglich. Statt nach dem Nicht-Alltäglichen zu suchen (also magischen Lichtbällen oder exstatischen Visionen), suche die Schönheit in den alltäglichsten Dingen. Wenn du dich am Geruch deines Essens erfreust und dankbar bist für die Erde, die es dir bereit gestellt hast, die Menschen, die es geerntet und verarbeitet haben; die Menschen, von denen du es kaufen konntest; die deinen Herd gebaut haben; die dir den Strom für den Herd zur Verfügung gestellt haben; die Teller und Gabel für dich hergestellt haben usw., dann wirst du feststellen, dass du ohne viel Schnickschnack einen wahrhaft spirituellen Moment erlebst. Du wirst sie mit jedem Bissen in dich aufnehmen – die Erde, die Menschen, die Umstände – aber nur wenn du achtsam bist, wirst du dir dessen bewusst sein und dich verbunden und dankbar fühlen. Nur wenn du dich verbunden fühlst, wird es dir plötzlich wichtig werden, wie diese Erde und diese Menschen behandelt wurden und wie sich das auf deine eigene Lebenskraft auswirkt.

Ich hoffe du verstehst, dass die Spiritualität nicht darin liegt, etwa zu sehen, wie die Aura deines Essens aussieht (obwohl das bestimmt Spaß machen kann). Die Spiritualität besteht nur darin, etwas, dass immer schon da ist, auch bewusst wahrzunehmen. Du bist durch jede Handlung, jeden Atemzug, mit allem verbunden – es ist nur eine Frage deiner feinstofflichen „Muskulatur“, ob du die ganze Tragweite dieser Information zu jeder Zeit überhaupt zu verarbeiten imstande bist.

Das erklärt auch, warum es in Gruppen soviel einfacher ist, spirituelle Erlebnisse zu haben. Es sind mehr Menschen da, die mehr tragen können, es entsteht ein geschützter Raum indem wir uns öffnen können für diese Information des „AllesEins“. Im Gegenzug machen wir im normalen Leben zu, weil wir sonst die eindringende Information, dass wir auch mit dem Elend des Bettlers, der Trauer der Sitznachbarin verbunden sind, einfach nicht verarbeiten könnten.

Deshalb halte ich es auch für so gefährlich, an unserem feinstofflichen Körper herumzuspielen, ohne zu verstehen was wir tun. Wenn wir unser Herzchakra gewaltsam öffnen – es wird behauptet, dass das mehr Liebe bringt – dann reißen wir ein Tor auf ohne bereit zu sein für das, was durch dieses „Loch“ hereinpreschen kann.

Viel lohnender ist es, dass Herzchakra seine Arbeit machen zu lassen und von innen heraus zu arbeiten. Es spricht natürlich nichts dagegen, sich dafür Hilfe zu suchen. Versuche, dich der Schönheit in allem anzunähern, dich dieser Schönheit wirklich zu verbinden. Es kostet im Gegensatz zum „Hokuspokus“ gar nichts. Beginne mit Dingen, deren Schönheit dir entgegen leuchtet. Fahre fort mit Dingen, die dir Schmerzen bereiten, die du instinktiv von dir wegstoßen möchtest. Nimm gerade sie an dein Herz so wie du vielleicht ein entstelltes Kind umarmen und drücken würdest.

GBM fügt an, dass Schamgefühle, Ängste, Neid usw. diese entstellten Kinder sind. Der zum Gott erwachte Mensch (also der Christus in uns) macht sie sich bewusst, nimmt sie an sein Herz. Es sind diese Aspekte, die blind und taub sind für die Erfahrung des Eins-Seins, die durch bloße Zuwendung, durch Berührung, geheilt – also wieder ins Ganze integriert werden können.

Dein Herzchakra wird folgen und sich von alleine öffnen, so dass jeden Tag ein bisschen mehr Info zu dir reinkommt: es werden scheinbar hässliche Dinge zu dir kommen, weil sie spüren, dass sie bei dir Heilung und Verwandlung finden. Erwarte daher nicht, nur mehr Rosen und Regenbögen zu sehen, wenn du dich auf den Weg zu einer innigen Spiritualität begibst. Dass du in deinem Kern und in deiner Verbindung erstarkst, wird sich zum Beispiel daran zeigen, dass du mehr und mehr Entstelltes und Widersprüchliches zu sehen bekommst – eben weil du deine feinstoffliche Muskulatur durch Übung gestärkt hast und dadurch auch das scheinbar Unschöne mit Gleichmut betrachten und integrieren kannst.

Es gibt sie natürlich auch, die Momente der ekstatischen Verbindung, der puren Freude, des Badens in Licht und Schönheit. Das sind Augenblicke der Heilung und des Feierns. Aber der Alltag eines spirituellen Menschen ist fest mit beiden Füßen im Boden verankert, nicht irgendwo im Äther herumschwebend.

Der Gingerbread Man hat gestern auf taoistische Worte hingewiesen. Es heiße, das Innenleben des Suchenden werde mit fortschreitender „Erleuchtung“ immer weniger spektakulär – er werde immer ruhiger und gelassener in seiner Einheit.

Also – wenn du partout keine Elfen siehst und immer noch nicht schweben kannst: gut so! Vertraue darauf, dass es einen Grund gibt, weshalb dir nichts geschieht, womit du vor anderen angeben könntest oder zumindest großes Staunen auslösen würdest.

Ein Mann ging zum Buddha und sagte: „Ich habe 25 Jahre geübt und heute kann ich über das Wasser gehen. Bin ich nicht ein großer Meister?“ Da antwortete der Buddha: „Nun, ich sehe du hast 25 Jahre deines Lebens an etwas vergeudet, das der Fährmann in 10 Minuten für dich tun könnte.“

Geh deinen Weg und beginne mit dem, was du immer bei dir hast: deinen Verstand, deine Sinne, deinen Willen, deine Stimme. Bitte darum, dass sich dir ein Pfad eröffnen möge. Es wird geschehen.

Es bleibt noch die Frage: wie erkenne ich, das ich in meinem Kern bin? Ich denke rückblickend, dass das die unnötigste Frage von allen ist. Wenn du weißt, wie es sich anfühlt, satt zu sein, dann weißt du auch, wie es ist mit sich selbst vereint zu sein.

~*~

So, das war summa summarum etwa die erste Viertelstunde des Gesprächs mit dem GBM. Es gibt noch so viele weitere Dinge, die ich gerne verarbeiten würde. Ein nächstes Mal, denke ich.

Bis dahin euch allen ein Namasté von Herzen. Und bitte keine Scheu, hier zu kommentieren, zu hinterfragen, hinzuzufügen …

8 Antworten zu “antworten auf fragen

  1. Liebe lily,

    mit den Grundaussagen stimme ich überein.
    Mir gefällt der Vergleich der besonderen spirituellen Fähigkeiten mit den special effects der Filmindustrie.
    Obwohl die special effects einen Vorteil haben, sie überzeugen mich sofort. Viele Jahre habe ich mich gezweifelt, ob diese spirituellen Wege irgendwohin führen.
    Meine special effects haben meinen Zweifel für immer beseitigt aber Du hast recht, sie sind kein Selbstzweck und der Alltag ist die eigentliche Herausforderung mit unserem inneren Kern bewusst verbunden zu bleiben. Du und Dein spiritueller Freund ihr seid sehr weise…. LG rainer

  2. Danke für deine Bemerkungen, Rainer.

    Ich glaube, dass der eigentliche Sinn eines spirituellen Weges (auf dieser Erde) in der Wieder-Vereinigung, also dem Heil-Machen liegt. Ist nur so eine Vermutung. Die Heilung beginnt es bei einem selbst und dann, irgendwann, wenn man sozusagen mit der ganzen Menschheit verbunden ist, taucht man auch ab in deren Wunden. Das ist natürlich in einem Leben nicht zu schaffen. :) Aber aus der Perspektive gesehen hab ich irgendwann kapiert, dass es völlig gleichgültig ist, ob ich eine Aura fühlen kann oder nicht.

    Weil das Werkzeug dass ich wirklich benötige, immer schon zur Verfügung steht und der ganze Tag aus einer einzigen Gelegenheit besteht, es zu benützen.

    Ich habe den Post oben geschrieben, weil der Anfang meines spirituellen Weges aus einem einzigen Zweifel bestand. Ich wusste, dass das mein Zweck und meine Bestimmung ist. Aber, wie du schreibst:
    „Viele Jahre habe ich mich gezweifelt, ob diese spirituellen Wege irgendwohin führen.“

    Mein Problem war dass es nicht einmal so weit gekommen wäre, dass special effects mich hätten überzeugen können. Mir ist einfach GAR NICHTS Spektakuläres passiert.

    Zum Beispiel, als ich angefangen habe, mich mit Bäumen zu beschäftigen. Ich hatte einige sehr gute Bücher zum Thema und habe Lust bekommen, mich mal mit einem Baum zu unterhalten. Anfangs ging ich immer zu einer Esche in einen kleinen Wald. Ich dachte da müsste vielleicht eine Stimme aus dem Baum kommen, oder irgendsowas. Natürlich ist nichts passiert, kein Wind, keine Blitzschlag, keine Kobolde. Ich bin da immer ganz frustriert weggegangen. In meiner Enttäuschung hab ich nicht gemerkt, dass sich ALLE Fragen und Ideen, mit denen ich zum Baum gegangen bin, binnen der nächsten Stunden zu verwandeln begonnen haben.

    Irgendwann ist mir doch aufgefallen, dass ich von jedem Baum mit einer anderen Stimmung weggehe, oder ich unter verschiedenen Bäumen andere Einfälle bekomme. Eine Hainbuche hat mich zum Beispiel immer ganz froh und unbekümmert gemacht; meine liebste Weide hüllte mich ein in eine sehr dunkle, glitzernde Schutzhaut, hat mich in meinem Frausein weitergebracht und ging grundsätzlich ziemlich hart mit mir ins Gericht.

    Da hab ich dann kapiert, dass ich REINHÖREN muss, dass jedes Wesen nur auf diese Weise – über meinen Kern – mit mir spricht. Dass ich mich also nicht sorgen muss, dass vorbeikommende Spaziergänger sich schrecken, weil da irgendwelche Stimmen aus dem Baum kommen. :-D Es lief eben alles ganz ’normal‘ ab.

    Ich bin also eine, die ÜBERHAUPT nichts vorzuweisen hat. Ich kann keine Auren sehen, ich kann dir auch nicht die Zukunft aus den Karten lesen, ich kann keine Meridianenergie auf deinem Körper spüren.

    Heute weiß ich, dass das gleichgültig ist. Der Punkt ist: ich kann mich heilen, wenn es nötig ist, und ich kann die Stimme der Dinge hören, wenn ich mich auf sie einlasse. Wenn ich mich mit dem Göttlichen in mir verbinde und es durch mich wirken lasse, dann steigt in mir eine unglaubliche, gewaltige Kraft hoch. Aber ich bezweifle, dass die von außen sichtbar ist. Und das ist gut so. Mittlerweile habe ich begriffen, dass es eben das Unsichtbare, Unspektakuläre ist, nach dem ich suchen muss.

    Jeder geht und findet seinen Weg auf unterschiedliche Art und Weise. Es spricht gar nichts gegen Special Effects – sie können solchen Spaß machen. Sie sind manchmal ungemein nützliche Wegweiser. Ich finde nur dumm, wenn das Schild mit dem Weg verwechselt wird. Wenn wir uns vor einem beeindruckend blinkenden Schild verneigen und den stillen, sich in die Unendlichkeit schlängelnden Pfad vor uns einfach nicht bemerken.

    Herzlichst,
    Lily

  3. Grüss Gott Lily,

    die Bezeichnung innerer Kern halte ich für missverständlich. Bei mir bedeutet innerer Kern z.B. mein Körper ohne Fett, meine Wesensart.
    Ich spreche lieber ganz altmodisch vom Göttlichen Funken.
    Den zu lokalisieren ist ganz einfach! Er ist da, wo die Freude sitzt.

    Liebe Grüsse//Erika

  4. sehnsucht etwas zu finden mitten im alltag im leben
    suche wird womöglich den blick verstellen
    eher gelassene gewissheit gefunden zu werden
    weil die bereitschaft besteht wahrzunehmen

    ich habe deinen beitrag mehrmals gelesen und er hat mich sehr berührt :)))
    liebe grüße birgit

  5. Hallo Erika,

    der Göttliche Funke ist mir ebenfalls eingefallen. Ich gestehe, ich habe versucht, dem Wort „Gott“ auszuweichen. Erstens, weil viele dabei zusammenzucken. Zweitens, weil verschiedene Menschen mit verschiedener Herkunft/Vergangenheit dieses Wort anders interpretieren und ich versuchen wollte, solche Meinungsverschiedenheiten zu umgehen.

    So paradox das klingt: nichts kann trennendere Wirkung haben als dieses Wort „Gott“.

    Du hast mich mit deinem Kommentar auf etwas gebracht, ich schreibe bald was darüber.

    Was die Freude angeht: ja, das ist eine gute Wegbeschreibung!
    Mir ist auch noch die Lebendigkeit eingefallen. Freude spüre ich manchmal nicht so leicht, aber in meine Lebendigkeit lässt sichs auch in der Trauer einfühlen. Und dann ist es zur Freude tatsächlich nicht mehr weit.

    ***

    Liebe Birgit,

    ich werde wohl deine Zeilen noch öfter lesen, weil sie mir sehr gefallen.

    Hab Dank dafür.

  6. Grüss Gott Lily,

    dass sich manche Menschen an dem Wort Gott stören ist wahr.
    Mir fällt kein besseres, treffenderes ein.
    Nochmals zu dem Kern, Funken, wie auch immer. Ich meine mit der Freude einen ganz bestimmten Zustand, nämlich den wenn das Herz vor Freude überlaüft. Das ist sehr speziell und wer es erlebt weiss sofort was das ist. Wie du bin ich der Überzeugung dass ausnahmslos alle dieses Gefühl kennen. Ohne Seminar oder sonstige Übungen.
    Ich kann mich sehr gut in Trauer einfühlen und auch verbunden sein – Freude ist aber noch ein Zacken mehr.
    Wer sich schwertut damit, dem empfehle ich nahen Kontakt zu Tieren, vorzugsweise solche die selber mit dem Universum
    sehr verbunden sind wie z.B. Hörnertragende. Wiederkäuer sind sehr gefühlvoll, so sehr, dass sie dein Herz zum Überlaufen bringen, da reicht ein Anschauen, berühren ist nicht erforderlich.
    Ich persönlich störe mich an dem Wort Spirituell. Was ist das anderes als gelebte Religosität im Sinne von an Gott glauben?
    Es kommt halt altmodisch daher.

    Ich wünsch dir eine gute Nacht//Erika

  7. Aha, jetzt versteh ich den Punkt.

    „Ich persönlich störe mich an dem Wort Spirituell. Was ist das anderes als gelebte Religosität im Sinne von an Gott glauben?“

    Religiosität ist an Religion gebunden, Spiritualität nicht. Das ist für mich der Unterschied. Ich könnte jetzt auch was zu dem „an Gott GLAUBEN“ was schreiben, aber das würde zu viel.

    Ich bin vor langen Jahren aus einer Religion ausgestiegen, weil sie mir eben viel zu WENIG spirituell war.

    Ich konnte mich nicht als Teil einer Gemeinschaft sehen, die Frauen die Möglichkeit abspricht, offiziell eine spirituelle Führungsrolle zu übernehmen. Das ist für mich nicht ganz (HEILig).

    Ganz abgesehen davon halte ich auch nichts von Religionen in dem Sinn, dass sie uns weismachen wollen, wir wären ausschließlich auf Vermittler zwischen uns und „dem da oben“ angewiesen. Religion hat mit Machterhaltung zu tun und darum kümmert sie sich im Wesentlichen darum, ihren Schäfchen nicht zuviel Eigenmacht beizubringen. Auch wenn es viele viele Menschen gibt, die wunderbare Sachen im Namen ihrer Religion tun.

    Ich konnte auch nicht Teil einer Gemeinschaft sein, die dem Irrglauben unterliegt, dass wir uns durch ausgelebte Sexualität von Gott entfernten. Es liegt Macht in Enthaltsamkeit, aber es liegt auch Macht in Sexualität. Ich denke, dass ein Mensch beides in seinem Leben kennen lernen sollte. Und ich finde, dass gilt für einen Priester, eine Priesterin, noch viel mehr.

    Deshalb spreche ich nicht von Religion. Ich spreche sehr wohl von den Kernaussagen verschiedener Religionen im Sinne einer Integralen Spiritualität, aber das Wort Religion an sich verbinde ich mit Institutionen.

    Gute Nacht wünsch ich dir!

  8. Grüss Gott Lily,

    ich bin auch kein Teil einer solchen Gemeinschaft. Aber ich bin im Stande zu unterscheiden. Spiritueller Weg hört sich heutzutage so geschwollen an, ganz so als müsste man was vorweisen können, wie du richtig in deinem Posting bemängelst.
    Namaste ist auch so ein Wort. Im Grunde sind die Dinge ganz einfach und kurz in der gewohnten Sprache zu benennen, da muss nix erklärt werden. Das Wort Gott trennt nur die Sektierer.
    Wer nachdenkt weiss, dass der Eine von allen gemeint ist, egal in welchem Namen. Das Wort spirituell wird heute zu sehr von den Gauklern und Quaksalbern missbräuchlich benutzt.
    Sie erwecken den Eindruck man könne sie kaäuflich erwerben.
    Ich bin und bleibe der Meinung, dass sie jeder von Geburt an hat, ganz ohne Übungen und anderem hokuspokus.

    Liebe Grüsse//Erika

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