Gesundheitsvorfreude


Einmal etwa alle 35 Tage erinnert mich eine E-Mail daran, eine Brustuntersuchung durchzuführen. (Falls ihr nicht wisst, was das ist: da tastet eine Frau ihre Brüste in allen möglichen Stellungen ab, in der Hoffnung, keinen Krebsknoten zu finden.)

In mir weckt diese Prozedur seit jeher mulmige Gefühle. Die österreichische Hälfte meiner Familie wurde vom Krebs zerfressen, ganz besonders meine Großmutter väterlicherseits, der ich auch noch erschreckend ähnlich sehe. Dass Brust- oder Gebärmutterkrebs etwas mit nicht gelebtem oder unterdrücktem Frau-Sein zu tun haben soll, hilft (mir) auch nicht weiter, denn welche Frau hat kein Hühnchen mit ihrer Weiblichkeit zu rupfen, selbst wenn es nur ein ganz kleines ist?

Ich gehe davon aus, dass ich als Frau theoretisch bis an mein Lebensende Neues und vielleicht bisher nicht Gelebtes in meinem Frau-Sein entdecken werde. Aber davon sollte ich doch noch lange keinen Krebs bekommen.

Nun ist es aber tatsächlich so, dass die ganzheitlichere Krebsforschung erkannt hat, dass Krebs etwas mit jahrelang unterdrückten Gefühlen zu tun hat – davon kann die österreichische Seite der Familie bestimmt ein Lied singen. Die französische hingegen, wo geschmollt, geschrieen, gelacht und getobt wird, kennt keinen einzigen Krebsfall (dafür gibt’s dort andere Leiden).

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Statt also allmonatlich meine Brüste in Furcht und Unbehagen abzutasten und damit meinem Körper zu vermitteln, dass ich ihm nicht vertraue, dass ich befürchte, er würde plötzlich ausrasten und böse Krebszellen wuchern lassen, habe ich nun beschlossen, aus dieser Vor-Sorge (die sich schon im Voraus über möglichst viel Gedanken macht) eine Vor-Freude zu machen (bei der ich viel Freude kultiviere und verteile, als Nährpaket für die nächsten Wochen, sozusagen).

Statt also meine Brüste in Angst abzutasten, überbringe ich nun folgende Botschaft:

Danke, danke, danke! Für die Glücksmomente, für die Weiblichkeit, für die Freude! Bleibt so gesund und schön, und bleibt noch lange bei mir!

Na? Höre ich da ein Juchzen im Decolleté?

2 Antworten zu “Gesundheitsvorfreude

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