Tarot und Körperarbeit I – Narr bis Gerechtigkeit


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Die 22 Archetypen des Tarot beschreiben alle Aspekte unseres Lebens – warum also nicht die Karten in die Körperarbeit mit einbeziehen? Es ist ein Spiel…

Im Folgenden habe ich eine Liste der ersten 12 von 22 Großen Arkanen zusammen gestellt, die Entsprechungen zwischen Karten und Aspekten der Körperarbeit (geistige Qualitäten, körperliche Qualitäten und spezielle Aspekte aus dem Yoga) aufzeigt – diese Liste stellt meine Assoziationen dar und ich freue mich über Anregungen zur Erweiterung von eurer Seite.

Weil die Archetypen wie frei ineinander fließende Energien zu verstehen sind, kann es sein dass ein geistiger oder körperlicher Aspekt bei mehreren Karten vorkommt. Auch hier gibt es kein richtig oder falsch – wichtig finde ich, dass die Karten dem Spieler als Werkzeug dienen, nicht umgekehrt.

Hier geht’s zum zweiten Teil.

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0 Der Narr: Der Neubeginn

  • Geistiger Aspekt: Etwas völlig Neues lernen. Den Geist öffnen. In scheinbar bekannten Abläufen und Techniken völlig Neues entdecken. Spielerisch sein. Wieder zum Anfänger werden. Albern sein dürfen.
  • Körperlicher Aspekt: Übungen mit einfachen Abläufen, die kindlich-unbeschwerte Leichtigkeit vermitteln. Übungsfolge offen gestalten, so dass dem inneren Kind Raum bleibt, nach Lust und Laune zu gestalten.
  • Im Yoga: Alle Variationen der Kindeshaltung, „Glückliches Baby“

I Der Magier: Selbstermächtigung

  • Geistiger Aspekt: Beobachten, wie die Gedanken die Wirklichkeit formen. Beobachten, wann Verantwortung abgegeben wird. Ego-Tricks. Aspekte betonen, die die eigenen Fähigkeiten fördern. Stark sein dürfen. Raum für sich beanspruchen.
  • Körperlicher Aspekt: Dynamische und kräftigende Übungen. Übungen, deren Meisterung das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten stärkt – dabei auf die Geschicklichkeit entwickeln, um die eigenen Grenzen weder zu über-, noch zu unterfordern.
  • Im Yoga: Alle Variationen des Bergs, sitzender Held, mit dem Fokus aufs „In die eigene Kraft kommen“; „Einen Standpunkt entwickeln“.

II Die Hohepriesterin: Heilende Intuition

  • Geistiger Aspekt: Sich vollkommen von der inneren Stimme leiten lassen. Wissen und Erfahrung sammeln durch Einfühlen, Hinhören und Einkehr. Ruhe in der Bewegung finden. Heilsame Stille.
  • Körperlicher Aspekt: Bei Bewegungsabläufen das Tempo maximal reduzieren und nach innen lauschen. Bei Haltungen lange Verweilzeiten, dabei den inneren Vorgängen lauschen, bis vollkommene Ruhe einkehrt und das Gefühl entsteht, in die tiefsten Wesensschichten einzusinken. Selbstheilungskräfte aktivierende Übungen.
  • Im Yoga: Restorative Yoga, Yin Yoga, auch Iyengar Yoga. Haltungen, die die Selbstheilung fördern: milde Umkehrhaltungen, auf dem Rücken liegende Haltungen, Vorbeugen.

III Die Herrscherin: Lebendigkeit und Wachstum

  • Geistiger Aspekt: Vielfalt und Formenreichtum schätzen – im eigenen Körper, im Leben und bei anderen. Sich auf Fülle, Genuss und Reichtum besinnen, die sich auch in der Körperarbeit manifestieren. Auch: eine neue Idee gebären, oder eine gerade geborene durch die Übepraxis weiter nähren. Das nährende Prinzip in der Praxis erkennen und verstärken. Sich selbst fürsorglich behandeln.
  • Körperlicher Aspekt: Übungen, die Freude und Genuss bereiten, sowie die Kreativität ansprechen. Zweites Chakra, Sexualorgane, Becken- und Hüftöffner. Eventuell auch: das Übungsprogramm erweitern (Wachstumsprinzip).
  • Im Yoga: Prenatales Yoga; alle Haltungen, die die Hüfte kräftigen und mobilisieren. Sitzen im gebundenen und geöffneten Winkel, Malasana, …

IV Der Herrscher: Ermächtigung und Ordnung

  • Geistiger Aspekt: klare Gliederung und Struktur; jedem Einzelteil (sei es eine Körperregion oder eine einzelne Übung) völlige Aufmerksamkeit zukommen lassen (Prinzip des Guten Königs, der alle Untertanen gleichermaßen beachtet); ein klarer Geist führt zu Klarheit im Körper (diese Tatsache beobachten und kultivieren); Verantwortung für das eigene Befinden; Durchhaltevermögen.
  • Körperlicher Aspekt: Übungen, die das Erkennen und kluge Ausnützen von Zusammenhängen im Körper fördern; Übungen, die Mut und Beharrlichkeit fördern. Über längere Zeit bei einem Programm bleiben und dabei Sicherheit, Struktur und Erfahrung fördern.
  • Im Yoga: im Sinne des „Thronens“ alle Sitzhaltungen mit aufrechter Wirbelsäule, mit Betonung auf das Platz-Nehmen, Ruhen und Strukturieren in Geist und Körper. einfache Sitzhaltung/Schneidersitz, Sitzender Held, Lotusvariationen.

V Der Hohepriester: Der verborgene Sinn

  • Geistiger Aspekt: das Bewusstsein, vom Leben getragen und gehalten zu werden; die Führung des (inneren) Lehrers; Meditation; Gebet; Verinnerlichung; Achtsamkeit
  • Körperlicher Aspekt: das siebte Chakra; Bewegungen völlig vom Atem einleiten lassen (es entsteht ein Gefühl, geatmet und getragen zu werden); langsame, achtsame Bewegungsabläufe; den Körper als Tempel achten und pflegen; die Körperarbeit als Gebet in Bewegung
  • Im Yoga: alle Übungen, die das Kronenchakra harmonisieren: Vorübungen zum Kopfstand und -Variationen; um den inneren Lehrer zu finden: Matsyendrasana (Matsyendra, der Herr der Fische, gilt als einer der – mythischen – Lehrer des Hatha Yoga). Den Geist klärende Atemübungen (prinzipiell alle, bei mir wirkt bes. Kapalabhati). Auch: engere Zusammenarbeit mit einem Lehrer, oder Auseinandersetzung mit Yoga-Philosophie, Büchern zum Thema etc.

VI Die Liebenden: Der klare Weg des Herzens

  • Geistiger Aspekt: In der TCM werden eine harmonisierte Herzenergie, und integrierte Herzhälften, als Grundvoraussetzung für innere Klarheit angesehen (Bsp: „etwas mit halbem oder ganzem Herzen tun“). Die Herzenergie ist auch verbunden mit der Sprache (Herz auf der Zunge) – wir verlieren viel Energie durch leeres Gerede. Z.B. ist es häufig einfacher, einen guten Vorsatz im Stillen durchzuziehen, statt zuerst viele Menschen darüber zu informieren. Während der Körperarbeit kann verstärkt darauf geachtet werden, die Übungen mit ganzem Herzen zu machen, bzw. beobachtet werden, wann/wo nur halbherzig gearbeitet wird. Mit ganzem Herzen dabei zu sein, lässt tiefe, ‚grund-lose‘ Freude aufkommen; ein Merkmal eines harmonisierten Feuerelements. Die kleine Flamme der Freude brennt stetig und unabhängig von den Ereignissen im Außen.
  • Körperlicher Aspekt: das vierte Chakra; herzöffnende Übungen; „Freudentänze“; auf ausgewogenes Verhältnis der Gegensätze im Übungsprogramm achten (aktiv-passiv, vor-zurück, links-rechts, usw.). Mit der Stimme arbeiten.
  • Im Yoga: alle Rückbeugen, die das Herz öffnen, in aktiven und passiven Variationen: stehende Rückbeuge, Kobra, Sphinx, Bogen, Rad, Brücke, Fisch; aber auch herzöffnende Qualitäten der stehenden Übungen betonen, ganz besonders beim Dreieck, Krieger I, Halbmond. Auch: ausgleichende Atemübungen (z.B. Anuloma Viloma). Bhakti-Yoga. Gesang (von Mantren) öffnet das Herz.

VII Der Wagen: Der Aufbruch des Helden

  • Geistiger Aspekt: aufbrechen; etwas in Bewegung bringen. Das Neue, Unerforschte suchen – auch in scheinbar Altbekanntem. Richtiges Einschätzen der eigenen Kräfte – etwas (neues) wagen, sich dabei weder unter-, noch überschätzen. Lang gehegte Vorsätze anpacken. Auch: die eigenen Masken und Glaubenssätze untersuchen („Ich kann das nicht“; „Ich muss …“; usw.)
  • Körperlicher Aspekt: Übungen, die man sich viell. bisher noch nicht zugetraut hat. Muskelaufbau. Übungen, die Selbstvertrauen und Selbsteinschätzung fördern. Schnelle, erhitzende Übungsabläufe.
  • Im Yoga: Alle Heldenhaltungen. Außerdem: Haltungen lernen, deren Beherrschung Selbstvertrauen bringt – das ist für jeden verschieden, aber hier einige Beispiele: Krähe, Kopfstand, Handstand, usw. Ujjayi-Atmung (Siegreiche Atmung)

VIII Die Kraft: Lebensfreude und Ausstrahlung

  • Geistiger Aspekt: Genuss und Sinnlichkeit vereinen mit Verstand und Struktur. Darauf achten, ob die Lust und Freude an bestimmten Übungen zu kurz kommt, oder aber, ob nur sie bestimmt – Ausgleich finden (im Yoga heißt es, dass die Übungen, die wir am meisten vermeiden jene sind, die wir am meisten brauchen). Arbeit mit den Instinkten.
  • Körperlicher Aspekt: Übungen und Abfolgen gegen Depressionen, Angstzustände und Burn Out – im akuten Fall sind das langsame, nährende Übungsfolgen, in der Aufbauphase kommen kräftigende, stabilisierende hinzu.
  • Im Yoga: Die Kundalini und Kundalini-Yoga; Tantra (-Yoga). Haltungen, die die Libido stärken bzw. harmonisieren (mit einem Lehrer absprechen). Bei Verlust der Lebensfreude nährendes Therapeutisches oder Yin Yoga, besonders Rückbeugen und Vorbeugen, Umkehrhaltungen. Später auch hier stärkende, „feurige“ Übungen dazunehmen. Löwen-Haltung (der Löwe symbolisiert auf der Karte die Instinktnatur). Feueratem. Das yogische Prinzip ‚tapas‘: das Feuer der Disziplin, mit dem Umwandlungsprozesse gelingen.

IX Der Eremit: Das Licht der Seele

  • Geistiger Aspekt: In sich gehen; Rückzug; Stille. Vereinfachung. Die Suche nach dem inneren Licht; der ureigenen Wahrheit; dem inneren ‚Rohdiamanten‘. Lauschen. Sich Zeit nehmen, um in die Tiefe zu gehen. Die Erfahrung und Erkundung des inneren Raums.
  • Körperlicher Aspekt: nach innen führende Übungen; große Achtsamkeit; Einfachheit. Übungsprogramm muss eventuell reduziert werden, dafür die Zeitspanne der einzelnen Übungen verlängern.
  • Im Yoga: Alle Übungen, die nach innen lenken: Kindeshaltung, Schildkröte, Vorbeugen. Yin-Yoga, Jnana-Yoga. Meditation. Bhramari-Atmung (bei dieser Technik verschließen die Hände Augen und Ohren, die Aufmerksamkeit geht ganz in den Körper).

X Das Rad des Schicksals: Der Augenblick ist alles was wir wissen müssen.

  • Geistiger Aspekt: Anerkennen, dass alle Erfahrungen, die jetzt da sind, genau das sind, was zum Glück gebraucht wird. Sich dem Fluss des Lebens hingeben und erfahren, dass man gar nicht ‚unter die Räder‘ kommen kann. In der Bewegung das Zentrum finden, wo Ruhe herrscht. Hingabe an sich selbst – das heißt an alles, was in uns geschieht, wahrhaftige Flexibilität. Wiederkehrende Muster/Schmerzen/Prozesse als Anzeichen dafür erkennen, dass ein Teil des Selbst zurückgehalten und nicht ausgedrückt wird.
  • Körperlicher Aspekt: Einfache Bewegungsfolgen, die gleichförmig und rhythmisch ausgeführt werden, bis der Geist in der Bewegung zur Ruhe kommt und „im Auge des Sturms“ ruht. Auch: Übungen, die den Menstruationszyklus balancieren. Besonderes Augenmerk auf alle rhythmischen, wiederkehrenden Prozesse (z.B. Herzschlag und Atem).
  • Im Yoga: Das Rad; Kreiselbewegungen (z.B. aus dem Kundalini-Yoga); bei Atemübungen auf die nahtlose Ebbe und Flut des Atems achten (keine Atempausen).

XI Die Gerechtigkeit: Die Entscheidung zur Wahrheit

  • Geistiger Aspekt: Die eigene Wahrheit anerkennen (ich bin da wo ich bin und ich darf genau dort sein). Fair zu sich selbst sein, d.h. sich nicht im Stich lassen indem man sich anders haben möchte, als man ist. Tendenzen zur Rechtfertigung hinterfragen. Die Gerechtigkeit in unseren Erfahrungen als Geschenk des Lebens an uns und als Aufforderung zur Wahrhaftigkeit anerkennen. Ursache und Wirkung beobachten. Das Konzept der „Wahl“: ich kann nur an einem Ort auf einmal sein, aber dort mit meinem ganzen Herzen; ich kann wählen, wie ich eine Situation betrachte. Ausgeglichenheit.
  • Körperlicher Aspekt: in den Übungen beobachten, wie eine Aktion (z.B. in einem Körperteil) woanders Reaktionen herbeiführt und die Chance zur Selbsterkenntnis und freien Wahl darin wahrnehmen. Was ist die optimale Balance für mein Wesen? Wie muss ich mich bewegen, dass alle Teile meines Seins teilhaben können?
  • Im Yoga: Viele Gleichgewichtsübungen, die das Prinzip der Waage aufgreifen, z.B. Held III, Stehender Halbmond. Auch Dreieck und gedrehtes Dreieck bringen eine Wahrnehmung der Harmonie und Gleichförmigkeit im Körper.

Hier geht’s zum zweiten Teil.

4 Antworten zu “Tarot und Körperarbeit I – Narr bis Gerechtigkeit

  1. WOW! Vielen Dank für den Text, der ist wirklich genial! Sehr informativ. Hoffe, dass ich mal darauf hinweisen darf, arbeite gerade an einem ähnlichen Thema, es nimmt noch ein Paar Tage in Anspruch…

    Viele Grüsse

    Luiza

  2. Pingback: Gut geschrieben- Lenormand Cafe·

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