Tarot und Körperarbeit II – Gehängter bis Welt


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Die 22 Archetypen des Tarot beschreiben alle Aspekte unseres Lebens – warum also nicht die Karten in die Körperarbeit mit einbeziehen? Es ist ein Spiel…

Hier folgt der zweite Teil der 22 Großen Arkanen – hier geht’s zum ersten Teil. Diese Liste zeigt die Entsprechungen zwischen Karten und Aspekten der Körperarbeit (geistige Qualitäten, körperliche Qualitäten und spezielle Aspekte aus dem Yoga) auf – diese Liste stellt meine Assoziationen dar und ich freue mich über Anregungen zur Erweiterung von eurer Seite.

Weil die Archetypen wie frei ineinander fließende Energien zu verstehen sind, kann es sein dass ein geistiger oder körperlicher Aspekt bei mehreren Karten vorkommt. Auch hier gibt es kein richtig oder falsch – wichtig finde ich, dass die Karten dem Spieler als Werkzeug dienen, nicht umgekehrt.

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XII Der Gehängte: Der Perspektivenwandel

  • Geistiger Aspekt: etwas muss aufgegeben werden, um Raum zu schaffen für das, was dem inneren Wesen mehr entspricht. Reglosigkeit im Äußeren, um der inneren Bewegung zu folgen. Die Komfortzone verlassen, um zu wachsen. Was bei erster Betrachtung als „Feststecken“ erscheint, ist eigentlich eine Initiation. Visionssuche.
  • Körperlicher Aspekt: Übungen, die die Welt „auf den Kopf stellen“. Eigene Bewegungs- und Haltungsmuster (evtl. mit professioneller Unterstützung) erkennen und umgestalten lernen – auf ungewöhnlichen, unbeschrittenen Pfaden neue Sicherheit und Orientierungssinn gewinnen. Das Prinzip des „Plateaus“ erforschen, Erfindungsgabe entwickeln.
  • Im Yoga: Umkehrhaltungen, besonders Kopf- und Schulterstand. Sich allen Asanas widmen, bei denen man scheinbar ‚feststeckt‘ und statt an äußerem Fortschritt an der Entwicklung innerer Erlebnistiefe arbeiten.

XIII Der Tod: Das große Loslassen

  • Geistiger Aspekt: Große Achtsamkeit auf alle Übergänge legen: von einem Gedanken zum anderen, vom Ein- zum Ausatem, von einer Tätigkeit zur anderen. Abschied nehmen. Die Kunst des Loslassens kultivieren. Verschmelzung mit dem All-Eins. Den eigenen Tod und den Tod geliebter Menschen als Erinnerung an das Wesentliche verstehen (buddhistische Übung). Der Schmerz des Abschieds und Loslassens. Tor zur Neugeburt. Die Furcht vor Verlusten, die einen zurückhält, das Leben zu leben. Auseinandersetzung mit dem grundsätzlichen „Nicht-Wissen“ des Menschen.
  • Körperlicher Aspekt: alle Formen der Körpertherapie, die in „abgestorbene“ Wesensteile hineinführen. Übungen, die nicht vom Tun, sondern vom Loslassen leben. Auch Arbeit in den Tiefenschichten des Körpers (Knochen, Faszien, Bindegewebe).
  • Im Yoga: Die Totenhaltung, Tanzender Shiva (Aspekt des „Zerstörens“ aller überholten Konzepte). Restorative Yoga. In den Atemübungen: die Atempause (Kumbhaka) nach dem Ausatem -> Leerwerden, Loslassen, Verschmelzen.

XIV Die Mäßigung: Das rechte Maß finden

  • Geistiger Aspekt: Als natürliche Folge der vorhergehenden Karte folgt nach der Bereitschaft zum Sterben die Neugeburt auf einer neuen Stufe. Heilung bedeutet Integration verschiedenster Wesensteile, das Prinzip des „Und“ (im Gegensatz zu „Entweder-Oder“). Es geht auch darum, tagtäglich ein neues, feines Gleichgewicht aller äußeren und inneren Einflüsse zu erlangen. DAS Prinzip der Gesundheit und Selbstverantwortung. Auch: Arbeit mit unsichtbaren und  irdischen Helferwesen – Engel oder gute Freunde…
  • Körperlicher Aspekt: besonderer Augenmerk auf die Ausgleichung der Körperseiten. Auf die Ausgewogenheit des Übungsprogramms achten, aber auch auf geistigen Gleichmut während des Übens. Bei einem regelmäßigen Übungsprogramm jeden Tag die Unterschiede und neuen Bedürfnisse wahrnehmen und darauf eingehen.
  • Im Yoga: Vielleicht die Karte, die die Werkzeuge des Yoga am Besten versinnbildlicht: Gesundheit entsteht nicht durch die Befolgung starrer Dogmen, sondern durch beständiges Ausbalancieren verschiedenster Kräfte. Yoga bedeutet „Vereinigung“. Der Held III (Virabadhrasana III) und viele andere Gleichgewichtshaltungen. Ausgleichende Wechselatmung (Anuloma Viloma).

XV Der Teufel: Die Hölle sind immer die anderen (oder wie?)

  • Geistiger Aspekt: Schattenarbeit. „Wenn wir anklagend einen Finger gegen jemanden richten, zeigen drei auf uns zurück.“ Der Andere ist das, was ich nicht sehen und sein will. Ein integrierter Schatten führt uns zu Mitgefühl, mehr Authentizität, Liebeskraft, und persönlicher Stärke.
  • Körperlicher Aspekt: Hier kann angezeigt sein, dass alle aufkommenden Gedanken und Konzepte während des Übens mit offenem Geist registriert und anschließend losgelassen werden möchten. Evtl. kann es hilfreich sein, darüber zu sprechen. Es können Geschichten des Zorns, des Vergleichens, der Schuld, der Abwertung, etc. ans Licht kommen. Da viele ungeliebte Gefühle sich tief in der Hüfte „ablagern“, können sanfte Hüftöffner angebracht sein.
  • Im Yoga: hier kann eine Gruppenstunde echte Aha-Erlebnisse bewirken: Vergleichsdenken, alle Arten von Selbst- und Fremdabwertung, Ungeduld, bis hin zu Hassgefühlen zeigen sich meist deutlicher als allein daheim. Konkrete Übungen sind schwer zu bestimmen – der Schatten ist eine sehr persönliche Angelegenheit. Daher sich einige Asanas heraussuchen, die man „auf den Tod nicht ausstehen kann“ (und sich fragen, weshalb).

XVI Der Turm:

  • Geistiger Aspekt: Geistesblitze, plötzliche Erkenntnis, Eingebung. Befreiung aus dem Elfenbeinturm. Sich aus alten einengenden Strukturen befreien – aber auch die Angst vor diesem Erdbeben. Verbesserung durch Umstrukturierung und Schaffung neuer Ordnungen. Arbeit mit Ärger, Zorn, plötzlichen Gefühlsausbrüchen. Auch: Fasten.
  • Körperlicher Aspekt: Kann auch für die Wirbelsäule, das Rückgrat stehen. Gefühlen der Enge oder Beklemmung in verschiedenen Übungen nachgehen und lösen. Starre Gedankenmuster hinterfragen, die sich im Körper als Starre, Unbeweglichkeit oder Schmerzen in Gelenken und Wirbelsäule äußern können. Liegt die Karte auf dem Kopf: evtl. zuviel Chaos und Unstetigkeit im Übungsprogramm, klarere Strukturen und Regelmäßigkeit sind nötig.
  • Im Yoga: Stark reinigende und schweißtreibende Übungen, z.B. Kriyas aus dem Kundalini Yoga, oder intensive Sonnengrüße. Atemübungen: Kapalabhati.

XVII Der Stern: Die Vision

  • Geistiger Aspekt: Klärung, Erneuerung, Erfrischung. Lang gehegte Träume verwirklichen. Langfristigkeit. Auf das setzen, was Hoffnung gibt, die Phantasie anregt. „Licht am Ende des Tunnels“, Vision die sich nach einer überstandenen Prüfung herauskristallisiert. Nach der eigenen Wahrheit leben. Heilsamer Rückzug. Die Reinheit des Herzens. Die ’nackte Wahrheit‘ (meist im positiven Sinne) – sich zeigen, wie man ist.
  • Körperlicher Aspekt: Übungen, die Augen und Sehkraft stärken. Diese Karte kann darauf hinweisen, dass eine Form des Übens oder der Körperarbeit über längere Zeit beibehalten werden soll.
  • Im Yoga: Sechstes Chakra. Der Stern und alle anderen Haltungen, bei denen die Gliedmaßen vom Herzzentrum aus sternförmig gedehnt werden. Für Stirn und Augen: Augenübungen, Kindeshaltung (Balasana), Vorwärtsbeugen (bes. erholsam wenn der Stirn abgelegt wird – auf Boden, Beinen oder Polstern). Visualisierungen, Meditation. Und sogar: Nackt-Yoga (ja, das gibt’s…)

XVIII Der Mond: Das Unergründliche

  • Geistiger Aspekt: Das Unerklärliche, Verborgene, Unbewusste. Mystik, Versenkung, Traumbotschaften, Hingabe ans Nicht-Wissen. Albträume als Spiegelbilder von (Selbst-)Hass. Das Auf und Ab der Gefühle und Emotionen. Im Fluss bleiben. Alte Muster und Ideen und ihre Wiederholung. Über Angst und Unsicherheit hinauswachsen. Entsprechen Reaktionsweisen der Realität einer Situation oder beziehen sie sich in Wirklichkeit auf ein vergangenes Ereignis?
  • Körperlicher Aspekt: Auf Signale der Angst und Unsicherheit im Körper achten (z.B. sprichwörtliche „zittrige Beine“). Körpertherapien, bei denen mit/im Wasser gearbeitet wird. Wasserhaushalt, alle zyklischen und rhythmischen Prozesse des Körpers (bes. jene, die nicht bewusst kontrolliert werden können). Beruhigende, kühlende, Übungsabläufe, die Energie spenden und nähren. Die tiefsten Schichten des Körpers ansprechen (bes. Knochen und Gelenke). Auch: Abends üben.
  • Im Yoga: Yin Yoga. Mondgruß (Chandra Namaskar); Mondsichel (Anjaneyasana); Mond und Halbmond (Chandrasana und Ardha Chandrasana), Schulterstand (Salamba Sarvangasana). Die linke Seite des Körpers, und das Nadi (Energiebahn) Ida, also die kühlende beruhigende Mond-Energie. Wechselatmung für die Mondenergie (Chandra Bedhana): linkes Nasenloch ein, rechts aus.  Mond-Mudra (rechts: Daumen- und Zeigefingerspitze, links: Daumen- und Kleinfingerspitze).

XIX Die Sonne: Die Wiedergeburt ins Licht

  • Geistiger Aspekt: Wer sich der Angst gestellt hat, erlebt die Wiederkehr von Klarheit, Freude und Lebenskraft in noch nie gekanntem Maße. Die verbindliche Entscheidung zum Leben, zur Wahrheit und Freiheit, welche ein leichteres, fröhlicheres und klares Vorankommen gewährleistet. Tiefes Verständnis, Erfolg und geteilte Freude. Optimismus, Enthusiasmus, Kreativität und Wachstum.
  • Körperlicher Aspekt: Erhitzende, rhythmisch-kraftvolle und muskelaufbauende Übungen. Das Herz (als Sitz der Freude und Klarheit, siehe auch VI Die Liebenden). Auch: Am Morgen üben.
  • Im Yoga: Sonnengruß (Surya Namaskar) und alle Formen von „Yang“ Yoga (die oberflächlichsten Körperschichten werden angesprochen, v.a. Muskelgewebe). Bikram Yoga. Einige Haltungen werden in klassischen Texten zur Erzeugung von Körperhitze empfohlen: Kobra und Variationen (Bhujangasana); Heuschrecke (Shalabasana); Bogen (Dhanurasana). Kopfstand (Salamba Sirsasana). Die rechte Seite des Körpers und die Energiebahn Pingala (Sonnenenergie). Wechselatmung für die Sonnenenergie (Surya Bedhana): rechtes Nasenloch ein, links aus. Sonnen-Mudra (rechts: Daumen- und Ringfingerspitze, links Daumen- und Zeigefingerspitze zusammenlegen). Das Konzept von „Tapas“, dem Feuer beständiger Übepraxis, dessen Hitze alles umzuwandeln vermag. Auch: „Agni“, das reinigende Verdauungsfeuer.

XX Das Gericht: Der Ruf, das wahre Leben

  • Geistiger Aspekt: Die Wiederkehr der XI Gerechtigkeit, auf einer höheren Stufe: letzte (Über-)Prüfung, Rückschau und Ausgleichung vor einem entscheidenden Durchbruch. Bereitschaft zur totalen Verantwortung für das eigene Leben. Eine Einsicht oder Wahrheit, die – vollständig integriert – zu Neugeburt und Befreiung führt. Neue Identität, neues Selbstverständnis, Auferstehung. Auf den Ruf des ‚echten Lebens‘ hören, also Der BeRUFung folgen.
  • Körperlicher Aspekt: Die Ohren und die Fähigkeit, zu lauschen, bis Antworten aus dem Inneren auftauchen. Auch: zu Musik üben. Eine Übungsreihe ist ‚goldrichtig‘ und kann die erwünschte Wirkung auf ganzheitlicher Ebene erzielen. Oder: die Verwandlung hat bereits stattgefunden und es kommt zur letzten Rückschau und Integration.
  • Im Yoga: Lange gehaltene Vorwärtsbeugen, von denen es heißt, dass sie den Menschen rundum erneuern. Ebenso Umkehrhaltungen. Für die Ohren: Pflug mit Knie neben den Ohren (Karnapidasana), Bhramari Pranayama (Atemübung mit „Bienensummen“).

XXI Die Welt: Den richtigen Platz einnehmen

  • Geistiger Aspekt: „Ich bin in allem und alles ist in mir.“ Ein Kreis schließt sich, Erfahrungen der letzten Phase integrieren. Selbsterkenntnis. Die eigenen Möglichkeiten voll ausschöpfen. Die eigene Existenz als Möglichkeit zum Beitrag anerkennen und nützen. Offenheit, Großherzigkeit, Selbstliebe. Wer sich selbst schätzt, kann sein Bestes mit Freude geben (nicht weil er durch sein Handeln seinen Wert erst zu beweisen versucht). Selbsterkenntnis. Mutter Erde. Auch: über den Tellerrand blicken, Verknüpfung eigener Erfahrungen mit Impulsen von außen. Vervollkommnung. Vernetzung aller Aspekte des Lebens zu einem Gesamtkunstwerk.
  • Körperlicher Aspekt: Eine Übepraxis, die den gesamten Körper anspricht. Die Aufmerksamkeit während des Übens auf das Erspüren des gesamten, atmenden Körpers als lebendiger Einheit legen. Evtl. auch mit anderen zusammen üben (Verbundenheitsprinzip). Wenn schon eine Übepraxis besteht: sie ist genau richtig. Außerdem: Rückbindung an Mutter Erde, Üben im Freien, etc. Während des Übens das Gefühl von Vollheit und „Genau-Richtig“ kultivieren. Die Geisteshaltung während des Übens hinaustragen in den restlichen Tag. Möglichkeiten finden, die Erkenntnisse/Erfahrungen während des Übens auch im Alltag anzuwenden.
  • Im Yoga: Meditationen auf die Einheit des Seins. „Die Welt“ versinnbildlicht aber auch Weg und Ziel des Yoga insgesamt und enthält damit alle Haltungen, Atemtechniken, Meditationen etc.

Eine Antwort zu “Tarot und Körperarbeit II – Gehängter bis Welt

  1. Sehr schöne Texte – VIELEN DANK!
    Habe Dir ja mal erzählt, das ich ähnliche Texte plane. Habe bei Colonia-Esoterica vorerst mit den Quintessenzen angefangen (im Mitgliederbereich), nach dem Urlaub geht es weiter. Schau einfach mal vorbei, wenn Du Zeit und Lust hast:-) http://colonia-esoterica.de/

    Viele Grüsse,

    Luiza

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