Ich bin in allem und alles ist in mir


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~*~

Nehmen wir an, die Einheit aller Dinge sei wie ein Naturgesetz unserer spirituellen Realität.

Ebenso wie die Schwerkraft ist  dieses Gesetz neutral und kann intelligent genutzt werden kann, wenn es verstanden wurde.

Als Beispiel: ich kann Bewusstheit und die Intelligenz meiner Zellen nützen, um meinen Körper von der Schwerkraft stützen statt niederziehen zu lassen. Vom typischen Bewegungsmuster des westlichen Menschen lässt sich also ableiten, dass er zwar um das Gesetz der Schwerkraft Bescheid weiß, es aber nicht verstanden hat (ehehe, Lily sitzt zum Beispiel gerade ganz krumm vor ihrem Laptop). Der Yogi würde sagen: wir sind clevere Tiere (bedienen Autos, Computer, und diverse andere Gerätschaften), aber intelligent sind wir nicht.

Vielleicht verhält es sich ja mit dem Gesetz der Einheit ganz ähnlich?

Die Philosophie und vielzähligen Praktiken des Yoga (das schließlich so viel bedeutet wie „Vereinigung“) haben natürlich genau dieses Eins-Sein zum Ziel, aber weniger als Streben danach, sondern als immer größere Klärung und Glättung des inneren Wellengangs, der eine tiefe Schau auf den Grund des Sees, auf die Einheit der Dinge, zulässt.

Die All-Einheit ist weniger eine Sache, die es zu erreichen gilt, wie manchmal als frohe Botschaft von esoterischen Dächern gepriesen wird. Vielmehr ist sie eine Realität unseres Seins – ganz wie die Sonne, die unsere Existenz erst möglich macht. Und das tut sie, ohne dass wir uns abmühen müssten, ihr näher zu kommen (Mark Whitwell spricht hier über genau das).

Ich bin in allem und alles ist in mir – wenn ich mir diesen Satz (den sich übrigens ein lieber Leser ausgedacht hat, nicht ich!) wirklich zu Herzen nehme, gibt es kein Versteck mehr. Zunächst muss ich jegliche Form der Gewalt, der Trennung, der Unterdrückung, die irgendwo in der Welt geschieht, als verbunden mit mir (!) und beeinflussbar durch mich (!!!) akzeptieren.

Ich bin nicht einfach in bestimmte Umstände hineingeboren, ich bin nicht wie ein unbeschriebenes Blatt bin, das in ein Geschichtsbuch hinein geheftet wurde. Ich bin auch  kein Blatt, dem die Geschichte der Menschheit aufgeprägt wurde. Ich selbst habe ganz wesentlich an dieser Geschichte mitgeschrieben habe und schreibe nach wie vor daran mit, ich greife in jedem Augenblick ein. „Ich bin in allem und alles ist in mir“ impliziert die Aufhebung von Raum und Zeit. Es bedeutet aber nicht, dass ich oder irgendjemand Schuld trägt – leider werden Verantwortung und Schuld häufig verwechselt – aber dazu vielleicht ein eigener Artikel.

Den Gedankengang der All-Einheit weiterzuspinnen,  bringt mich schnurstracks in ein System unendlicher Verbindungen und Zusammenhänge, das recht schnell ungeheuerliche Ausmaße annehmen kann. Klar ist, dass dieser Gedankengang meinem persönlichen Mitwirken einen denkbar großen Handlungsspielraum eröffnet (auf jeden Fall wesentlich größer als eine Wahlkarte!) ;)

Unter diesem Blickwinkel betrachtet verstehe ich auch, warum ernsthafte spirituelle Praktiken zuerst auf eine Festigung der Persönlichkeit und eine gute Erdung Wert legen, und erst dann die illusorischen – aber dennoch wirksamen – Mauern der Trennung zwischen Individuum und Welt abzutragen beginnen.

Würde mir meine ständige Verbundenheit mit allem in diesem Augenblick gänzlich bewusst werden – ich weiß nicht, vielleicht würde ich angesichts dieser Überdosis Information den Verstand verlieren? Wächst meine Wahrnehmung nicht Hand in Hand mit meiner Fähigkeit, auf die Dinge Einfluss zu nehmen, derer ich mir bewusst werde?

Aber – es gibt ja zum Glück nicht nur den Schmerz, sondern auch ganz außerordentlich wunderbare Dinge, mit denen wir zu jeder Zeit verbunden sind.

Freunde zum Beispiel!

Vor einigen Monaten war ich in Italien unterwegs, es ging mir sehr schlecht. Das Bedürfnis, mit einer Freundin zu sprechen, deren Ruhe und Erdigkeit mich immer wieder zurück auf den Boden bringt, war fast nicht auszuhalten – aber sie war nicht erreichbar. Statt zu einem kleinen Häuflein Einsamkeit zusammenzusacken (wie ich es vielleicht früher getan hätte), habe ich mich daran erinnert, dass die Eigenschaften, die ich an ihr so schätze, ja auch Teil von mir sind und ich mich daher auch jederzeit auf sie einschwingen kann.

Wenn das Göttliche meine Quelle ist; wenn Gott der Zustand meines Wesens ist, dann ist es auch nichts, das ich suchen muss. Es ist bereits gegeben, es ist bereits so. Aber unser Geist bricht zusammen unter dem Druck einer Programmierung, die versucht, uns nach der Wahrheit suchen zu lassen, als ob sie abwesend wäre. …

Und dann beginnt Yoga, erst dann. Dann beginnt die Innigkeit mit meinem eigenen Leben – weil es mir bereits gegeben ist. Natürlich wird daraus mit der Zeit Innigkeit mit jeder Form von Erfahrung – Intimität zum eigenen Leben schließt Intimität zu allem anderen mit ein.

Körper, Atem, Beziehungen. In dieser Reihenfolge. Körper, Atem, Beziehungen – das alles ist Yoga. Nicht im Sinne des Strebens nach etwas (als ob es abwesend wäre!), sondern als reine Anteilnahme am Wunder, das bereits gegeben ist.“

Mark Whitwell (zitiert nach oben verlinktem Video)

P.S.: Als Hinweis im Falle anstehender Prüfungen… der gesamte Wissensschatz der gesamten Menschheit ist in jedem von uns! (Mehr oder weniger nah an der Oberfläche des Bewusstseins) Lasst euch das mal auf der Zunge zergehen! Nicht nur theoretisch! Sich während des Lernens geistig mit diesem bereits vorhandenen Wissen zu verbinden (oder auch mit den Menschen, die gerade den selben Stoff lernen), erleichtert das Merken wesentlich. Und es kann zu wundersamen „Eingebungen“ während der Prüfungen selbst kommen, ehrlich wahr. Das Gesetz der Einheit hat mir in Zeiten, als ich innerhalb weniger Wochen für 7 oder 8 Prüfungen lernen musste, viel Zeit und Nerven gespart.

2 Antworten zu “Ich bin in allem und alles ist in mir

  1. Hm. Erfreut entdecke ich, dass du meinen Vorschlag aufgegriffen hast. Ich habe mir diesen Satz allerdings nicht ausgedacht, sondern ich habe ihn gespürt – als eine so unendlich tröstende Tatsache, mich wie ein Blitz treffende Erkenntnis, dass ich in Tränen ausgebrochen bin. Leider fehlt mir gerade die Muße, konzentriert deine Gedanken dazu aufzunehmen : / aber ich komm‘ wieder!

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