Die Symbolik im Tarot


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Als ich vor etwa 10 Jahren begonnen habe, mich mit dem Tarot zu beschäftigen, schienen mir die Deutungen zu den Karten oft schwammig und kaum auf alltägliche Situationen umzumünzen.

Zu meinem eigenen Erstaunen erkenne ich jetzt häufig meine eigene Situation, oder die eines Fragenden, sofort in einem Bild; einem Symbol wieder. Allerdings habe die letzten 10 Jahre nicht damit verbracht, emsig Tarotbücher zu lesen (genau genommen besitze ich nur eins, das ich innig liebe: Mary K. Greers Tarot for your Self).

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Die Symbolik des Tarot bedient sich einer Reihe von Archetypen, die theoretisch in allen Menschen angelegt sind. Es scheint aber zu sein wie mit allem Wissen: nur was in irgendeiner Form gelebt wurde, kann wieder erkannt werden.

Jeder Mensch seine „Privat-Mythologie“; also die persönliche Auswahl und Auslegung klassischer Archetypen. Es sind nicht alle zu allen Lebensphasen gleich stark vertreten, und genau das spiegelt sich dann auch in der Betrachtung der Tarot-Symbolik. Mit manchem Bild, mit mancher Gestalt, lässt sich zuweilen einfach gar nichts anfangen. Und das darf auch gern so sein.

Um mir die Symbolik des Tarot zu erschließen, hat sich Folgendes bewährt: viel leben, wenig lernen.

Im Leben zeigt sich die Privat-Mythologie ohnehin ohne Unterlass, und es lohnt sich, ihr Beachtung zu schenken.

Meine zum Beispiel hat viel mit dem zu tun, was ich HÖRE. Mit Bildern, Wesen, Geschehnissen in meinen Träumen. Sie hat viel zu tun mit Sätzen, die ich irgendwo LESE. Und mit Erinnerungen an Menschen, oder Ereignisse, die plötzlich aus den Tiefen auftauchen.

Das heißt – meine Privatmythologie erschließt sich übers OHR, dann übers AUGE: ich sehe eine Karte, und wenn das Deck mich anspricht, fällt mir dazu ein Satz oder ein Wort ein.

Als Gegenbeispiel: in meiner Privat-Mythologie kommen zum Beispiel kaum bis gar keine Tiere vor. Auch selten Farbe, wie ich das von Freunden kenne. Am wenigsten aber kommen bei mir Zahlen vor.

Das heißt, für mich sind Farben oder Tierchen auf den Karten weiterhin hauptsächlich nette Lückenfüller. Ich kann natürlich etwas Theoretisches dazu erzählen, aber wirklich „meins“ ist das Gesagte nicht.

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Im Prinzip mache ich ständig aus irgendwas Symbole.

Manches sind kleine Symbole: der Geruch an den Halstüchern meiner Mutter. Kopfsteinpflaster (alle Städte, in denen ich mich wohl fühle, haben irgendwo sehr viel Kopfsteinpflaster…). Der milchig-trübe Schleier auf alten Gläsern und Gasgeruch sind Symbole für mich. Die kleinen Symbole lerne ich – durch die Kultur und Familie, in der ich aufwachse. Schließlich aber voll allem durch die Bedeutung, die ich Dingen im Zuge meiner eigenen Geschichte gebe.

Und dann gibt es große Symbole, die aber häufig so selbstverständlich und alltäglich sind, dass ich sie kaum als solche wahrnehme:
Mütter. Väter. Alte Menschen. Liebende. Kinder. Helden. Opfer. Freunde. Kranke. Familien. Diese Symbolik musste ich nie lernen. Allerdings muss ich ihrer gewahr werden.

Es gibt 78 Mythen oder Archetypen im Tarot. 78 Erfahrungsebenen, die sie wiederspiegeln. Freilich, ohne guten Begleiter (Lehrer oder Buch), kann es mühselig sein, sich all das zu erschließen.

Aber es ist auch völlig normal, dass sich mir nicht alle Karten gleichermaßen erschließen; ich womöglich sehr lange nichts damit anfangen kann. Und an dieser Tatsache wird auch ein fleißiges Studieren nichts ändern. Da hilft halt nur: leben.

Spannend finde ich: manchmal zeigt sich erst in dem Moment, in dem ich nach langer Zeit Zugang zu einem Bild, zu einer Energie finde, was ich vorhin ausgeschlossen habe. Oder nicht leben bzw. wahrhaben wollte.

Bei mir war das so mit der Kaiserin. Die nahm ich selbst lange Zeit nur sehr peripher im Kartendeck wahr. Hm, jaja, da thront die halt mit ihrem runden Bauch in einem Garten, und lässt es sich gut gehen. Ein bisschen fad, das Ganze.

Ah… ja.

Jetzt auf einmal bekomme ich eine riesige Freude, wenn ich ihr so beim Schwelgen zusehe. Und merke, wie wichtig es mir selbst wird, mich zu nähren, mich meiner Schönheit zu erfreuen. Dinge rund um mich zu hegen und zu pflegen. Ich habe auch ein Bedürfnis, meiner Mutter einen besseren Platz in meinem Leben zu geben; und einen Weg zu finden, ihre Entscheidungen zu achten. Diese Erfahrungsebene, diese Bedürfnisse, nehme ich jetzt also plötzlich wahr, wenn ich die Karte betrachte.

~*~

Es lohnt sich, die Lebenszeichen der verschiedenen Archetypen im eigenen Leben kennen zu lernen. Die eigene Erfahrungswelt wird nicht größer durchs Studium der Karten, aber das Vokabular der Karten kann sich vergrößern, je mehr Erfahrungen gemacht werden.

Das ist ein spannender Prozess: zu beobachten, welche Symbole, welche Karten und Themen,

Weitere Beiträge zum Tarot:

Tarot und Körperarbeit I

Tarot und Körperarbeit II

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