Seelen-Stretching


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Ich habe es gewagt und viele unangenehme Dinge ausgesprochen – mir selbst und anderen gegenüber.

Den Schonwaschgang abgestellt – da hat’s erstmal gerumpelt und alles wurde zunächst schlimmer, chaotischer, schmerzhafter und hoffnungsloser als vorher.

Und ich war eine Zeitlang auch sehr alleine.
Da gab es keine Unterstützung mehr an den Orten, wo ich sie sonst bekommen habe.

Freunde, Partner –  alle zu beschäftigt mit den eigenen plötzlich aufgerissenen Wunden und Unsicherheiten.
Und ich erstmal im Alleingang in einem Land, in dem ich keine Wege und Gepflogenheiten kenne.

Im Land „Was brauche ICH?“
Im Reich „Was will ICH?“
Im Bezirk „Was tut mir gut?“

Es ist ein bisschen wie die erste Dehnung nach Wochen der Bettruhe: schmerzhaft und trotzdem so wohltuend! Die eigenen Begrenzungen und Verkrampfungen spüre und sehe ich so deutlich. Aber auch mit tiefem Verständnis: ich habe mich ja nicht aus Blödheit selbst beschnitten, sondern aus einer kindlichen Logik der Schmerzvermeidung heraus.

Und wie beim Dehnen gilt: nicht das Machen zählt, sondern das geduldige Dranbleiben. Reinspüren in die Grenze statt Ausweichen, durchpusten und den Körper machen lassen. Dann weicht es von selbst auf.

Was genau da aufweicht, steht zum Teil im letzten Post.

Das neue Pflänzchen das geboren wird schenkt mir mehr Nähe zum Leben, zu den Menschen, zum Jetzt. Mehr Geduld mit mir und den Anderen.

Mehr „Realismus“ im Sinne, dass ich Frosch statt Prinzessin sein darf.
Und auch die Frösche um mich herum mehr lieben und schätzen kann.
Jetzt bin ich neugieriger auf all diese unperfekten Fröschlein da draußen.

Ich senke den Blick weniger, ich gehe aufrechter, ich lasse meine Lebenslust aus den Poren.

Ich tanze wieder vor anderen Menschen, ohne dass die Uhrzeit oder der Alkoholpegel meine Ausgelassenheit rechtfertigen würden.

Ich frage mich öfter: „Was kann ich jetzt für mich tun, damit es MIR gut geht.“ Und entdecke mit Freude, dass diese einfache Frage meine Verbundenheit zu den Menschen um mich nur noch weiter vertieft.

Ich bin wählerischer. Ich lasse mich berühren. Ich stehe in der Früh wieder wahnsinnig gerne auf.

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