Dienstags-Träumereien (ein wenig früher) ::: Thermostat


Eine Sammlung seltsamer Schlaferlebnisse: Dienstags-Träumereien

Liebe Leute, wer würde sowas lesen?

Ich kann mich nicht zwingen, groß zu träumen.
Die Träume kommen, und sie breiten sich aus – und ich schwöre bei Papier und Bleistift, sie sind lang und zahlreich genug, um die Buchdeckel zu füllen, die ich im Wachzustand nicht vollkriege. Also, ein Buch über Träume?

Und meine Träume beschreiben unheimliche Kreise. Nein, keine Albträume. Keine Fieberschleifen.
Unheimlich sind sie im Sinn der thematischen Schleifen.

Sie reagieren wie ein Thermostat.
Temperaturen sinken – *klick* – Lily träumt vom Sterben.
Und ist sich der Doppeldeutigkeit dieser Aussage bewusst.

Foto: Lily Lotus Willowtree

In der Nacht vom 9. zum 10. November

Es kommt mir in den Sinn, dass ich nicht einen Augenblick lang alleine bin.
Woher kommt die Kraft, die mich füttert?
Woher kommen diese Einsichten?

Ich habe keine Stärke ohne Diese Kraft.
Keine Liebe ohne Diese Leidenschaft.
Kein Wissen ohne Diesen Rat.
Ich bin ein Spiegel der Gnade,
Die Flöte des unbekannten Spielers.

Ich sterbe und schwebe schon in einer Art des Nichts.
Ich bin dabei, meinen Körper abzulegen.
Ein wahrhaftiges, wunderbares Entsetzen,
zu zerplatzen und in Partikeln in alle Winkel
dieser samtigen Nicht-Dunkelheit zu stieben.

Ich denke mir:
„Das ist es also. So endet ein Menschenleben. Jetzt muss ich ablassen.“

Knapp davor. Sogar im Traum weiß ich das. Ich könnte gehen.
Luftholen.

Nur ein Gedanke, der zieht mich zurück.
Ich habe mich nicht verabschiedet von diesem Menschen.
Ein Sog zurück in den Körper,
eine sentimentale Sehnsucht.
Aber es ist nicht richtig…

Zwei Meistern kann ich nicht dienen.

~*~

Nacht vom 14. zum 15. Dezember

In meiner Burg.

Frieden, jenseits von Frieden.
Stille, mehr als Ruhe.

Müde gehe ich in das erste Gebäude. Und das zweite.

Irgendwo eine Tür. Ein Atelier.

Drinnen ein Quilt, riesig, in Falten über den Stein geworfen.

Die Geschichte meines Lebens auf dem Stoff.

Ich sehe nur den Unterschied:
da, die bunten, dichten, reichen Bilder von siebenundzwanzig Jahren.
Dort, die vielen leeren, weißen Felder.

Und ich staune, ich komme nicht aus dem Staunen:
Warum überrascht es mich bloß,
dass das Bisherige nur ein Sechstel des Gewebes ausmacht
und so viele leere Felder, weiß und weich, den Boden bedecken?

„Ich bleibe noch ein bisschen“, sage ich mir,
„dann kann ich immer noch nach Hause gehen.“

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