Dienstags-Träumereien ::: Holzfliegerbrummiboot


Eine Sammlung seltsamer Schlaferlebnisse: Dienstags-Träumereien
Foto: Lily Lotus Willowtree

Vor einem Jahr hatte ich diesen Traum von Schildkröten, die scheu und völlig unauffindbar am Meeresgrund leben. Nur in der Zeit, in der die Jungen schlüpfen, kommen sie an einen Strand. Dort stehe ich im Traum und beobachte ein Junges, das sich aufrichtet und von einer großen Schildkröte umarmt wird. Das ist die Heilung. Danach gehen sie ins Meer und bleiben für Menschen unentdeckt.

Faszinierend – das Bild einer unauffindbaren, heilsamen Kraft, das mir mein Traumbewusstsein da gebastelt hat.

Sehr schön auch der Traum mit meiner Hammerpilotin.

Also, da ist dieses Flugzeug.

Es sieht genau so aus:
Image

Nur mit Flügeln und ohne Segel. Aus Holz, mit allem drum und dran.
Drinnen: eine Yoga-Schule. Ich komm ich mir vor wie im Orientexpress. Aha aha!

Das alles hat sich mein Traum-Selbst wohl ausgedacht, um die bevorstehende Selbstständigkeit irgendwie durch meine seelischen Eingeweide durchzuverdauen.

Da bin ich also in meinem Riesenholzbootflieger mit Orientexpress-Flair. Ein behäbiges Teil.

Ich gehe nach vorne ins Cockpit. Dort sitzt eine Pilotin, die irgendwie aussieht wie ich, nur ganz anders und wesentlich cooler.

Wir stehen kurz vor dem Abflug. Ich suche nach der Rollbahn und stelle fest: sie ist eine alpenländische Serpentinenstraße, die steil bergab geht.

„Klar“, denk ich mir, „dieses Ding ist ja viel zu schwer zum Abheben, das kriegt ja nur bergab genügend Geschwindigkeit. Ein klitzekleines Problem sehe ich allerdings in dieser kurvigen Bahn und auch darin, dass auf der Straße ordentlich Gegenverkehr zu sein scheint.“

Und tatsächlich: auf der Serpentinenstraße tummeln sich viele kleine rote Autos. Ich befürchte Unfälle.

Aber, bevor ich etwas sagen kann, schiebt der Fliegerbrummi die kleinen Roten sachte aus dem Weg und niemand wird zerquetscht.

Ich sehe vor mir eine Klippe.

„Ich verstehe!“, denke ich, „der Fliegerbootbrummi kann ja gar nicht aus eigener Kraft abheben! Viel zu schwer, viel zu behäbig! Der wird also wie ein Paragleiter springen.“

Ich blicke vor zum altmodischsten Schaltbrett aller Zeiten. Nun muss ich mich doch zu Wort melden.

„Frau Pilotin“, sage ich, „da sind drei Geräte ausgefallen!
Die Tankanzeige … Die Höhenanzeige … und … und… noch irgendwas.“

Der Brummi kommt zum Rand der Klippe. Ich befürchte wiederum:

diesmal erwarte ich einen großen Absacker. Aber das Luftschiff gleitet elegant ab und gewinnt sofort an Höhe.

Also nochmal, ich zur Pilotin:

„Hören Sie, die Tankanzeige ist kaputt. Das ist ein Überseeflieger. Wir sollten daher unbedingt ÜBER die See kommen, wissen Sie? Und was den Ausfall der Höhenanzeige betrifft… ich meine, da sind ja noch andere Flieger unterwegs – könnte das vielleicht ein Problem sein?“

„Ich hab das im Gefühl.“, sagt die Pilotin, ohne sich umzudrehen. Da begreife ich: die Geräte – die sind SIE.

Und ich schweige und entspanne. Weil ich mir absolut sicher bin, dass sie weiß was sie tut.

So ist das momentan: ich habe keine Ahnung, ob ich abheben werde. Ich habe keine Ahnung, wie weit ich komme, ob ich ankomme, zwischendrin abstürze, zusammenpralle oder wie ein Komet verglühe.

Aber ich habe eine verdammt coole Pilotin. Mit Sonnenbrille.

Gute Nacht – ich gehe weiterträumen!

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