Because I’m Bad – Sowas Ähnliches wie ein Gedenk-Post zum 13jährigen Yogiläum


Es hilft nix: all das In-Mich-Gehen, die Stunden in Meditation, die Kontemplation über der Literatur des Weltfriedens? Für die Katz.

13 Jahre Yoga und ich bin immer noch die Frau, die am Fuß der rutschigen Treppe über Dich lacht, statt Dir wieder auf die Füße zu helfen. Und dann zitiere ich Rumi.

Obwohl, halt, ich habe mich doch verändert: früher hätte ich bei besonders gelungenen Zufalls-Stunts vor lauter Lachen eine kleine Lake hinterlassen.

Diese Zeiten sind vorüber, denn Asanas bewirken Wunder im Beckenboden.

Sollte ich eines Tages beide Hände verlieren: ich besitze auch anderswo einen stählernen Griff. Ich werde überleben.

Und ja, mir ist durchaus bewusst, dass das niemand so genau wissen wollte.

Aber hey: 13 Jahre! Yoga!

Wer wissen will, welche wundersamen Dinge sich in all der Zeit ereignet haben („Licht! Friede! Heilung! Verbindung! Ahhh!“), kann ja ein Yogamagazin seiner Wahl ansurfen. Oder in diesem Blog ein wenig zurückblättern.

Ich hingegen erfreue mich an diesem Tag des Jubiläums meiner Unverbesserlichkeiten, meines schlechten Humors und der Menschen, die mein Bösewichtin-Dasein so wunderbar lebenswert machen.

Das sind ganz besonders:

Meine Mutter, die seit neuestem Schwerbehinderte behandelt und uns bei der Schilderung der besten Anekdoten vor Lachen zum Weinen bringt, weil einem so viel Unkorrektheit einfach bei den Augen herauskommen muss.

Mein Vater, dem Uni-Professor, der sich bei Stadtspaziergängen nicht scheut, hinter seltsamen Menschen herzuwatscheln und zu unser aller Gaudium deren Gang nachzuahmen. Und noch kein Gefrotzelter hat’s bemerkt.

Mein Bruder, der sich bei einer Öffi-Fahrt mit mir Menschen aussucht, die sich todsicher über unser ausländisches Geplänkel lustig machen werden. Um dann, wenn wir staubedingt gute 10 Minuten von der nächsten Ausstiegsmöglichkeit entfernt ist, ganz beiläufig in die Landessprache überzugehen, wobei uns die hochrote Birne (bzw. in Wien: Marille) unseres Opfers signalisiert, dass es seine zuvor geäußerten Gehässigkeiten zutiefst bereut.

Dann, natürlich, der Liebste: die fleischgewordene Sexiness, sofern man wie ich auf Männer abfährt, dir sehr gut riechen und gerne Witze erzählen, welche mindestens ein dickes Kind, ein Schnitzel und eine Hilti beinhalten.

Mein unglaublich bemerkenswerter Mann also besitzt eine Gabe, die ihn zum Super-Superbösewicht meines Clans macht. Er ist ein Fern-Beweger, in manchen Kreisen wird seine Fähigkeit auch als Telemotion bezeichnet.

Vor einiger Zeit musste er ein Gebirgsmodell erstellen. Für so einen wichtigen Menschen. Geologe? Meteorologe? Ornitologe?

Jedenfalls nicht Bergsteigerologe. Der Mann ist nämlich von einer Lawine begraben worden. An genau (!) dem Hang, den der Liebste in diesem Augenblick (!!!) gerade am Rechner gestaltete.

Was würden normale anständige Menschen tun? Eine Schweigeminute einlegen? Betreten aus dem Fenster sehen? Die Hände über dem Kopf zusammenschlagen?

Was machen Unmögliche wie wir?
Jep, sie sehen sich an.
Dann prusten sie los.
Dann untersuchen sie die Maus und ob ein heftiges Ruckeln damit u.U. auch anderswo Lawinen verursachen kann.

Das also ist mein Leben nach 13 wunderbaren Jahren Yoga. Ich bin nur ein bisschen besser geworden. Aber beim schlecht Sein hab ich seither mehr Spaß. :-)

6 Antworten zu “Because I’m Bad – Sowas Ähnliches wie ein Gedenk-Post zum 13jährigen Yogiläum

  1. P.S.: Danke natürlich auch an die vielen LIEBEN Menschen in meinem Leben, die gutmütig lächeln, wenn ich mal wieder einem Kind den Lolli geklaut habe, ihn wieder zurückbringen, sich für mein Benehmen entschuldigen und mich trotzdem zur Freundin wollen.

  2. Dein PS ist super! Ich mach das nächste Mal mit :D Und auch von mir: Herzlichen Glückwunsch zu unglaublichen 13 Jahren Atemkunst und Gebeinverreknung ;)

  3. Liebe bööööööööse Lilly :)

    Hach … ich glaube, das kennen wir wohl alle. Das Bezeichnende ist, dass Du es er-kennst! Erkennen kann man nur, wenn man bewusst ist! Und dass Du das bist, ist die Frucht von 13 Jahren Yoga – das ist doch toll. Weißt Du, ich denke, es gibt so eine Art „liebenswerte Boshaftigkeit“, eine, die gar nicht böse gemeint ist, und bei der man sich schon durchaus im Klaren ist, dass das eigene Verhalten sicher kein Vorzeigemodell des Weges zur Erleuchtung ist … aber ach Gott!, ich fand das so schön menschlich, was Du alles beschrieben hast, und was tut gelebte Spiritualität, als dem Menschlichsein in allen Facetten Rechnung zu tragen? Ich find das schön! (und wenn wir uns irgendwann mal persönlich kennenlernen sollten, dann werde ich mir mit Sicherheit was Gemeines für Dich ausdenken um Dich zu foppen ;) )

    Mit Metta
    „Phra“ Michael

    • Hallo Phra Michael – dass mich das jetzt nicht unbedingt zu einem persönlichen Kennenlernen anregt, is schon komisch, oder? ;-)

      Danke für die lieben Worte – sie sind auch einer yogischen Bösewichtin immer willkommen!

      Herzlichst, Lily

  4. *ggg … na, das mit dem persönlichen Kennenlernen ist ja auch nicht Sinn und Zweck eines Blogs (obwohl man manchmal einen anderen Eindruck haben könnte *smile)

    Ich Danke Dir für Deine immer wiede interessanten Zeilen :)

    Hab(t) eine schöne Vorweihnachts-Advents-Zeit!

    Mit Metta
    Phra Michael

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