Drei Monate


Eine Sammlung seltsamer Schlaferlebnisse: Dienstags-Träumereien

Das habe ich aus meinen Entwürfen ausgegraben. Vor zwei Jahren war ich anscheinend noch unschlüssig, ob es mir zu kitschig ist. Jetzt: Scheiß drauf. Ich mag die Bilder. Immer noch.

Egon Schiele - Sitzende FrauIch war eine Witwe;
ich saß am Wegrand
ohne Ring und ohne Absicht.

Ein großes Herz hat meines gepflügt,
dann einem andern Säer das Feld überlassen.
Ich dachte, er würde von hier sein
und meine Sprache sprechen.

Geduldig habe ich gewartet.
Ich wusste wohl, Du kämst den Weg entlang.
Es war mein Platz, mein Stein, mein Kleid im Strassenstaub.
Zwischen links und rechts bin ich gehockt
und war mein eigner Schwerpunkt.

Ich wusste wohl, Du würdest mich mitnehmen,
aber nicht fort von mir.
Und als Du kamst,
habe ich Dich zuerst
geatmet
behorcht
beäugt.

In mich müsstest Du hinuntertauchen
und sehen, was ich gesehen habe
zwischen Deinen schönen Schultern.
Ich lächle beim Gedanken,
Dein Fragezeichen zu sein.

Und im Traum hast Du mir,
wie eine weiße Taube,
Frieden gebracht,
lang bevor Dein Körper es tat.

Doch Liebster,
hätte ich nur Hände,
so fein,
um Deine Haut zu entwirren.

Ich sehe keine Straße,
doch ich weiß, wir gehen.
Das Sinnvolle, das Erwartete –
sie spielen mir Streiche.

Ein rätselhafter Kater
schnurrt auf dem Sofa
im Takt unserer Stunden
und seinen Namen kenn‘ ich nicht.

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