Ein Liebesbrief vom süßen Leben


disco

Lily,
ich möchte, dass du dich daran erinnerst:
wie weich sich dein Körper anfühlt und dass du keine Mühe hast, deine Aufmerksamkeit auf andere Menschen zu lenken.

Du bist aufgewacht und es war – wenn du ganz ehrlich bist – nicht bloß schön, sondern perfekt und *hach!*, seinen Arm um dich zu spüren.

Deine Fingerspitzen über die feinen, fast blonden Haare laufen zu lassen und in dich hinein zu lächeln. Grade so, wie eine brennende Kerze in sich selbst zusammenschmilzt, noch ein wenig tiefer zu entspannen.

Aufstehen, ohne dass Gefühl zu haben, einen warmen Kokon zu verlassen um ein raues Außen zu betreten. Aufstehen, weil das Leben ruft; weil du wissen willst, ob es da draußen genauso schön ist und wie weit die Wärme reicht. Ob ihr Leuchten auch in der Küche zu verspüren ist, im Wohnzimmer, im Flur, auf der Straße.

Aufstehen auf lächelnden Füßen, die dich weitertragen, ohne dass du je fortgehen müsstest. Weitergehen ohne einen Hauch melancholischen Abschieds, weil dein Rucksack voll ist mit allem, was deine Sinne belebt. So leichtes Gepäck.

Aufstehen und verliebt sein. V-E-R-L-I-E-B-T, Lily. Dir eingestehen, dass das Leben eine gute Wahl getroffen hat, dass dein Herz am rechten Fleck sitzt und deine Finger Zauberfäden spinnen.

Es gibt mich, Lily: mich, das süße Leben, La Dolce Vita.

Ich schreibe dir, mit all meiner sanften Eindringlichkeit, weil ich weiß, dass du in den schweren Stunden oft an mich denkst und mich für ein Hirngespinst hältst. Du suchst mich verzweifelt, ohne recht an mich zu glauben und voll heimlicher Scham für deinen Wunsch nach Erleichterung, Sorgenfreiheit, Gnade. Wenn es dir peinlich ist, ein leichtes Leben haben zu wollen, kann ich dir nicht helfen. Wenn es dir kindisch erscheint, deine Mühsal abwerfen zu wollen, wirst du nur deine Schuld abarbeiten und du wirst mich verpassen, weil dein Blick gesenkt ist und trüb.

Denk daran!

Vergiss mich nicht: wie wie wahr ich bin, wie einfach und mühelos, wie groß und ergreifend und dabei so still. Ich bin wahrer als die Dunkelheit, das Problemeschieben und Gedankenwälzen. Wenn ich bei dir bin, weißt du das. Wirst du mir glauben, wenn sich ein paar Wolken vor meine Sonne schieben? Ich hoffe es, ich wünsche es.

Denk an mich, Lily. Mach ruhig die Tür auf für mich, von mir aus nur einen kleinen Spalt. Auch da schlüpfe ich durch, aber am Liebsten sind mir weit geöffnete, gold- und edelsteinbesetzte Tore. Halte mich, gib mir dampfenden Kaffee und magische Lieder, weißes Papier, die heilige Stille einer Kirche und viel viel Lachen.

Du findest mich wohl unter den Schwierigkeiten, verborgen und spürbar wie ein vergrabener Schatz. Doch meine Sicht ist klar: ich glaube nicht an deine Fehler, unter denen du mich verschüttet hast.

Das ist mein Credo, Lily:

ich glaube an Engel weil ich selbst einer bin,
ich glaube an Einhörner und Zwerge im Wald,
ich glaube an Yoga,
ich glaube an den pfadlosen Pfad des Augenblicks,
ich glaube an diese Freude,
ich glaube an diese Liebe,
ich glaube an dich,
ich glaube an dich,
ich glaube an dich.

Deine treue Freundin in allen Lebenslagen,
La Dolce Vita

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