Medizin gegen den Wahnsinn – meine Morgenpraxis


 

rowdykittens

Foto via @rowdykittens

Eine Morgenpraxis gegen den Wahnsinn.

Medizin bei einem Leben zwischen innerem Sklaventreiber und verzogenem Gör.*
Medizin gegen Unrast und Unfrieden.
Medizin, die einen guten Tag zu einem Feuerwerk zündet.
Medizin, die Stille in belebenden Nektar verwandelt.

Diese Praxis ist das Ergebnis meines letzten Abenteuers mit M.

M. ist der menschgewordene Topf am Ende des Regenbogens,
eine meiner engsten Freundinnen und – zufällig – auch Coach.

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Medizin in Entstehung

Hier ist die Praxis:

1 – Atmen: Ruhe tasten

Erwachen ist – vor allem in einer Großstadt – manchmal mit Erschütterungen verbunden.

Die Augen aufschlagen und etwas Weiches berühren.
Atmen. Tief. Gründlich.
Sich vielleicht selbst umarmen.

Den Spannungen keine Gelegenheit geben, sich festzusetzen.
Atmen. Decke, Daunen, Kissen fühlen. Wohlig.
Atmen. Haut und Unterlage fühlen. Gestützt.

Erwachen und Ruhe ertasten.

2 – Schreiben: Tag einkleiden

Kaffee aufkochen, oder Tee.
Dabei in aller Ruhe am Fenster stehen.

Am Morgen existiert bereits eine Download-Datei des heutigen Tages im Bewusstsein.**
Da ist eine Fährte, eine Spur.
Am Fenster stehen und die Fährte erschnüffeln.

Was ist das für einer, dieser Tag?
Welchen Charakter hat er?
Was will er? Woran denke ich?

Mit Kaffee/Tee ein paar Zeilen zum Tag hinschreiben.
Am Besten in den Kalender, den man immer bei sich trägt.

Vielleicht sogar eine To-Do-Liste der anderen Art:
„Ich nehme mir heute Zeit, diese Erfahrung nachhallen zu lassen.“
„Heute erzähle ich 3 Leuten von …“
„Heute lasse ich mich überraschen von meiner Post.“

Dem Tag Worte anzuziehen, gibt Klarheit für das, was TATSÄCHLICH ansteht.

3 – Bewegen: Raum schaffen

In Stille oder mit Musik.

Man stellt sich in der Vorstellung ins energetische Zentrum des heutigen Tages.
Von dort geht seine spezielle Qualität aus.

Die Lungen abstauben.
Die Haut öffnen.
Augen putzen.

Im Körper Raum schaffen für die Qualität des Tages.

Lasst uns Mittel gegen den Wahnsinn sammeln. Teile Deine Morgen-/Abendpraxis in den Kommentaren!


 

Anmerkungen

* Innere Leitmotive „Sklaventreiber“ und „Gör“:

  • Sklaventreiber
    Versucht sich der Angst vor Not und Misserfolg zu erwehren, indem er unaufhörlich Befehle und Erledigungslisten ausspuckt. Wird besonders ausfällig, wenn das Gör aktiv wird. In seinem Drang nach Perfektion kaum zufriedenzustellen. Der Sklaventreiber kann mit Göttlicher Unrast (s.u.) verwechselt werden.
  • Gör
    Versucht sich diverser Ängste und dem Druck des Sklaventreibers zu entziehen, indem es sich unter der Decke verkriecht, heimliche Belohnungen sucht, sich schont und weinerlich wird. In seinem Drang nach Trost und Streicheleinheiten kaum auszufüllen.

** Göttliche Unrast, morgendliche Downloads & Tagesqualitäten

Meine Erfahrung hat gezeigt, dass am Morgen tatsächlich eine Download-Datei des Tages in unserem Bewusstsein existiert, die allerdings angezapft werden will.

Unruhe entsteht, wenn ich diese Tagesinformation nur flüchtig lese oder Abneigung gegen die Qualitäten eines Tages habe.

Bei Unruhe unterscheide ich mittlerweile zwischen kratzig-rauhem Unfrieden und Göttlicher Unrast.

DER KRATZIGE
Kratzig-rauher Unfrieden überkommt mich, wenn ich etwas Anderes will, als das, was sein will.

Im Falle kratzigen Unfriedens ist es hilfreich, mich ein Stückchen weicher und durchlässiger für die Tages-Qualität zu machen. Mir bewusst zu machen: das ist EINE Art der Lebenskraft, die ich heute erleben kann. Heute. Jetzt. Beweglich. Flüssig. (Was ich sagen will: nichts währt ewig, auch die scheinbar endlosen Tage nicht.)

DIE GÖTTLICHE
Göttliche Unrast hingegen ist eine Form inspirierter Unzufriedenheit.

Unbezahlte Rechnungen.
Unreparierte Haushaltsgegenstände.
Zerknüllte Wäsche.
Unkontaktierte Freunde.
Liegengebliebenes in jedweder Form, Farbe und Größe.

Göttliche Unrast lässt sich durch Meditationstechniken nicht besänftigen.
Sie ist als Irritation getarnte Innere Führung.

„Lass den Ablenkungs-Trip. Tu es. Jetzt.“

2 Antworten zu “Medizin gegen den Wahnsinn – meine Morgenpraxis

  1. Also ich setze mich jeden Morgen vorm Losgehen noch mal fünf Minuten hin und beschließe, dem Tag friedlich zu begegnen.Ich hab‘ festgestellt, dass meine ersten Gedanken, die ich morgens habe, ganz wesentlich den Verlauf meines Tages mitbestimmen. Funktioniert. Was einem begegnet, liegt viel mehr in der eigenen Entscheidung, als man so denkt, d.h. darin, was man in den Begegnungen sehen will.

    Herzliche Grüße und viel Erfolg

    Michael

    • Ja, die Macht des ersten Gedankens ist tatsächlich ganz erstaunlich!

      Solche Erkenntnisse machen mich unglaublich froh, weil ich erkenne, wie viel unseres Lebens-Glücks von so schlichten, kleinen, unkomplizierten Dingen abhängt, die jede/r selbst in die Hand nehmen kann. Ich weiß nicht weshalb, es macht mich jedenfalls glücklich, wenn sich das Leben von dieser herrlich einfachen (wenn schon nicht leichten) Seite offenbart. :-)

      Alles Liebe! Lily

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