Briefe an mich: Die Seele hat Raum für zwei Menschen.


2014: im Rückblick das Jahr, in dem einiges an Babyspeck dahinschmolz.

Das Vernebelungs-Pölsterchen des Rauchens.
Das Absicherungs-Pölsterchen finanzieller Gewissheiten.
Das Entschleunigungs-Pölsterchen des Aufschubs.

Ergebnis: weniger Dämpfer zwischen mir und der Unmittelbarkeit des Lebens sorgte dafür, dass ich die Stimme meiner Seele so deutlich wie nie zuvor vernommen habe. Nicht dass ich sie in Worte fassen könnte. Aber schmecken kann ich sie…

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Sonntag, 6. April 2014

Ich begreife, was da zu mir spricht: meine Seele.
Meine Seele, die sich ausdrücken und leben will.

Meine Seele, ich sehe, dass ich nur dir Rechenschaft schuldig bin und auch nur dir folgen muss.
Dinge von denen es heißt, man „müsse“ sie machen, haben mich beunruhigt: weil ich befürchtete, sie seien vielleicht etwas, das du von mir verlangen würdest – diese Dinge lasse ich beiseite.

Die Wahrheit ist, dass ich deine Stimme tatsächlich fürchte, zugleich aber weiß, dass du kein Urteil kennst, keine Strafe.

Deinen Weg nicht zu gehen bedeutet, dir keinen Raum zu geben, aber daran wird eher mein menschliches Herz zerbrechen, als du.

Ich weiß, dass du mich darauf aufmerksam machst, dass meine Beziehung in irgendeiner Form zu „eng“ ist. Dass etwas fehlt. Diesmal würde ich sogar mit ihm darüber sprechen, wenn ich nicht selbst das Gefühl hätte, dass es alles eine langweilige Wiederholung ist. Ich spüre dich drücken und ziehen, mir die Scheuklappen abnehmen, um zu erkennen, dass ich warte.

Ich warte, dass etwas geschieht in dieser Verbindung. Warte, dass sie an Tiefe oder Nähe gewinnt, an Verbundenheit und Verbindlichkeit.

Ich rätsle und hinterfrage und zweifle, bis ich fast verrückt werde. Bilder kommen mir in den Sinn von „abhängigen, blauäugigen Frauen“, die in den unmöglichsten Umständen ausharren, bleiben, warten. Es ist mir peinlich und ich erlebe es als Grausamkeit, als genau solche Frau enttarnt zu werden.

Und dann ist da die andere Seite: was möchte und braucht denn er?

Wenn ich in der Panikschleife gefangen bin, vergesse ich, dass da ein anderer Mensch aus Fleisch und Blut sitzt, mit Bedürfnissen und Gefühlen.

Ich erkenne dass du – die Seele – Raum hast für zwei Menschen, dass deine Reifung die anderer Menschen beinhaltet, auch wenn es nicht immer nett und sauber verläuft.

Aus einer humorigen Perspektive: nach dem Sex sieht schon alles rosiger aus. :) <3

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2 Antworten zu “Briefe an mich: Die Seele hat Raum für zwei Menschen.

  1. Ich wünsche Dir das Beste und den Mut, die Dinge anders anzusehen und anders anzugehen, wenn es sich für Dich richtig anfühlt. Und wenn nicht, ist das auch in Ordnung. Ich denke, es geht nicht darum, einem Bild gerecht zu werden, sondern sich selbst zu entdecken, wer und was man ist. Auch wenn das nicht immer leicht anzuerkennen und anzusehen ist. Herzliche Grüße und einen angenehmen Jahreswechsel für Dich.

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